Greenpeace warnt vor klimabedingter Hochwasser-Zunahme

Aufstockung des Katastrophenschutzfonds erforderlich.

Wien (OTS) - Angesichts der durch den Klimawandel bedingten immer häufigeren Hochwasserkatastrophen fordert Greenpeace eine massive Aufstockung des Katastrophenschutzfonds. Finanziert werden sollen Vorsorgemaßnahmen wie etwa Dammbauten sowie die finanzielle Entschädigung etwaiger Opfer klimabedingter Katastrophen aus einer CO2-Steuer. "Es wird Zeit, dass jene Klimasünder, die viel CO2 ausstoßen, auch vermehrt zur Kasse gebeten werden und für die Folgen des Klimawandels bezahlen", mahnt Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer eine verursachergerechte Finanzierung ein.

Das Hochwasser 2002 hat nach Angaben der Landesregierungen von Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg insgesamt mehr als über 6,5 Mrd Euro finanziellen Schaden verursacht. Das Hochwasser von 2005 ca. 300 Millionen, die Schäden des aktuellen Hochwassers sind noch nicht exakt abschätzbar. Nach Prognosen der Klimawissenschafter werden durch den sich rasch beschleunigenden Klimawandel Extremereignisse wie Hochwasser, Stürme und Dürreperioden sowie extreme Lawinenabgänge zunehmen.

In Österreich sei bis auf den Westen zwar noch keine Zunahme der Jahresniederschlagsmenge messbar, sehr wohl aber eine gesamtösterreichische Zunahme von Starkniederschlagsereignissen. Das heißt, wenn es regnet, regnet es in kurzer Zeit mehr, während es dazwischen immer häufiger auch länger ausgedehnte Dürreperioden gibt. Zusätzlich verkürzen sich die Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten und die Schneefallgrenze steigt schneller an, so dass ein relativ rasches Abschmelzen von Schnee und Eis im Frühjahr wahrscheinlicher wird. In den nächsten Jahrzehnten - so lange noch Gletscher vorhanden seien - würden erhöhte Abflussraten von den Gletschern die Gefahr von Hochwassern erhöhen.

Internationale Rückversicherer wie die Münchner Rückversicherung warnen in diesem Zusammenhang von einem extrem starken Anstieg klimabedingter Katastrophen. "Wer soll das bezahlen? Es kann doch nicht sein, dass die Opfer entweder allein oder über die Bezahlung von horrenden Versicherungsprämien als kollektive Opfergruppe die gesamte Last des Wiederaufbaus tragen müssen", so Mayer. Auch die alle Jahre wieder ad hoc beschlossene Bezuschussung der Opfer aus dem Budget und somit zu Lasten aller Steuerzahler sei ungerecht. Eine CO2-Steuer und die Einnahmen aus der Versteigerung von CO2-Verschmutzungsrechten für Industrie und E-Wirtschaft sollten verursachergerecht für Vorsorge- und Adaptionsmaßnahmen sowie für die Entschädigung von Hochwasseropfern wie jetzt in Dürnkrut aufkommen.

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Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Klimaexperte, 0664-2700441

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