5,8 Millionen Euro Spenden für Pakistan: "Nachbar in Not" half, Überleben zu sichern und Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben

Sechs Monate nach dem Beben: "Nachbar in Not" leistet weiter Hilfe

Wien (OTS) - "5,8 Millionen Euro haben die Österreicherinnen und Österreicher innerhalb weniger Monate gespendet und damit einen großen Beitrag geleistet, um den Erdbebenopfern in Pakistan das Überleben zu sichern. Auch dank der 'Nachbar in Not'-Hilfe aus Österreich war es möglich, dass die befürchtete zweite Todeswelle durch den hereinbrechenden Winter 2005 verhindert werden konnte", dankt Jörg Ruminak, ORF-Humanitarian Broadcasting, allen Spender/innen für ihre Hilfsbereitschaft. "Die Nothilfe ist abgeschlossen - aber die Menschen sind immer noch auf fremde Hilfe angewiesen", unterstreicht "Nachbar in Not"-Vorstandsvorsitzender Michael Opriesnig vom Österreichischen Roten Kreuz. "Nachbar in Not" leistete während der ersten Wochen und Monate nach dem Beben Soforthilfe durch Verteilung von Nahrungsmittel- und Hygienepaketen, den Aufbau medizinischer Notversorgungszentren sowie dringend nötige Winterhilfen in Form von Decken, warmer Kleidung, Öfen, Küchensets, winterfesten Zelten bzw. Baumaterialien für Notunterkünfte. "Dank der Spenden aus Österreich konnten Menschenleben gerettet und Zehntausenden Menschen ein Dach über dem Kopf ermöglicht werden", sagt Opriesnig.

Am 8. Oktober 2005 erschütterte in den Morgenstunden ein Jahrhunderterdbeben den Norden Pakistans. Ganze Dörfer und Siedlungen wurden dem Erdboden gleichgemacht, Straßen verschüttet und die Infrastruktur des Landes schwer beschädigt. Das Beben mit einer Stärke von 7,6 auf der Richterskala forderte fast 90.000 Tote, mehr als 10.000 Verletzte und machte rund drei Millionen Menschen obdachlos. Der Erdstoß ereignete sich kurz nach Schulbeginn; allein geschätzte 18.000 schulpflichtige Kinder befinden sich unter den Todesopfern. Tausende Schulgebäude in Pakistan wurden zerstört.

Das Überleben ist gesichert - aber es bleibt noch viel zu tun

"Das Überleben ist gesichert. Nun geht es darum, Leben zu ermöglichen", sagt Caritas-Auslandshilfechef und "Nachbar in Not"-Vorstand Christoph Petrik-Schweifer. Damit ein echter Alltag wieder möglich ist, brauchen die Menschen eine Lebensgrundlage. "Wir werden nicht nur Häuser errichten, sondern denken auch an die Verteilung von Ziegen und Saatgut. Es bleibt noch viel zu tun." Insgesamt half die österreichische Caritas mit "Nachbar in Not"-Geldern bisher in Pakistan rund 4.700 Familien (23.500 Menschen), mit Zelten und Decken den Winter zu überleben. 1.250 Familien bauten mit Material und Anleitung der Caritas Übergangsbehausungen aus Steinen und Holz. 80 Großzelte dienen als Schulen bzw. medizinische Camps. In Indien konnte die Caritas dank "Nachbar in Not" überdies 500 Familien mit Nahrungsmittelpaketen und Decken versorgen. 80 Familien erhielten dort Notunterkünfte.
Das Rote Kreuz ermöglichte mit Mitteln aus "Nachbar in Not" den Ankauf von mehr als 160.000 Winterdecken 40.000 Hilfspaketen mit Hygieneartikeln, Seife und warmer Kleidung. Das Hilfswerk Austria unterstützte in der Region Azad (Kaschmir) rund 3.200 Familien mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Decken und Baumaterialien. Für weitere 520 Familien wurden gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung Behausungen, so genannte "Iglus", errichtet. Derzeit werden in der Nordwest-Grenzprovinz für rund 900 Schüler sechs Schulen gebaut sowie Sanitätskästen und Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt. Care Österreich versorgte im abgelegenen Allai-Tal 2.450 Menschen mit Kleidung, Decken und vor allem mit Zelten, die auch in der bergigen Region für den Winter geeignet sind. Die Diakonie finanzierte aus "Nachbar in Not"-Geldern die winterfeste Unterbringung von mehr als 3.000 Familien, das heißt rund 15.000 Personen. Die Volkshilfe verteilte in der Region Uri/Baramular in Kaschmir/Indien an mehr als 1.800 Familien in abgelegenen Dörfern warme Kleidung, Decken und Baumaterial wie etwa 2.000 Blechtafeln für die Instandsetzung von Häusern und kümmerte sich um Verletzte in den Spitälern.

Der überwiegende Teil der "Nachbar in Not"-Spenden ist in überlebenswichtige Soforthilfemaßnahmen geflossen; insgesamt sind vom Spendenvolumen von 5,8 Millionen Euro bereits 5,3 für die Hilfe ausgegeben worden. Die Nothilfe ist abgeschlossen, jetzt gilt es, die derzeitige Phase der Überbrückungsmaßnahmen zu finanzieren und möglichst rasch die Weichen für Wiederaufbau zu stellen und Projekte zu unterstützen, die den Menschen in Pakistan und Indien die Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen ermöglichen.

Spendenkonto:
PSK 91 30 1000 (PSK 60 000)
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