Neues Volksblatt: "Geburtstag" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 4. April 2006

Linz (OTS) - Die Unkenrufe nach der Abspaltung des BZÖ, dass das nunmehr schwarz-orange Bündnis kaum das reguläre Ende der Legislaturperiode erleben werde, haben sich als kräftig verfehlt erwiesen. Rückwirkend betrachtet hat die Regierungsarbeit sogar an Stabilität gewonnen - zum einen, weil mit Polit-Schreiern, wie sie von den Orangen zurückgelassen wurden, tatsächlich kein Staat zu machen ist. Zum anderen, weil das BZÖ auch die Zeit in der Regierung zur Konsolidierung für die nächste Wahl brauchte. Denn Jörg Haider hat sich bei seinem Schritt teils auch kräftig verschätzt. Insbesondere hat er die persönliche Anziehungskraft seiner Person innerhalb der FPÖ-Landesorganisationen massiv überbewertet, was den Orangen den so nicht erwarteten mühsamen Weg des Aufbaus eigener Landesorganisationen bescherte. Das strategische Dilemma bei den letzten Landtagswahlen, bei denen für das BZÖ im Antreten ebenso wenig zu holen gewesen ist wie bei einem Nicht-Antreten, hat dieses Problem noch verschärft. Und: Das BZÖ hat seine Inhalte noch nicht gefunden. Rückfälle in blaue Zeiten, Stichwort Ortstafeln oder Ausländer, sind kein Zukunftsmodell.

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