"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Etikettenschwindel" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 04.04.2006

Wien (OTS) - Ein Jahr gibt es jetzt das "Bündnis Zukunft Österreich". Sozialministerin Ursula Haubner ist eine der wenigen, die noch ans BZÖ glauben: "Es hat sich gelohnt", ließ sie gestern wissen.
Diese Meinung teilt offenbar nicht einmal ihr Bruder, BZÖ-Chef Jörg Haider. Der ist immer noch auf der vergeblichen Suche nach einem attraktiven Spitzenkandidaten für die nächste Nationalratswahl. Unter "BZÖ - Liste Jörg Haider" wird man antreten. Haider selbst schloss am Samstag eine Kandidatur als Spitzenkandidat aus; am Sonntag hielt er sie allerdings schon wieder für möglich.
Genau das ist das Dilemma dieser Partei: Der Obmann will nicht Spitzenkandidat sein. Der geschäftsführende Obmann Hubert Gorbach hat längst die Privatwirtschaft im Auge und ist dem Touristiker Walter Klaus als Geschäftsführer im Wort. Justizministerin Karin Gastinger sieht Mutterfreuden entgegen, die sie voll in Anspruch nehmen werden. Ex-FP-Klubobmann Peter Westenthaler vermisst zwar die Politik und die Möglichkeit, uns täglich per Aussendung die Welt zu erklären; aber ihn selber vermisst kaum jemand.
Jörg Haider weiß genau, warum er nicht Spitzenkandidat sein will. Er setzt sich über Urteile von Höchstgerichten hinweg und hat mit der Landesbank "Hypo Alpe Adria" einen Bankskandal am Hals, der durchaus mit jenem der Bawag vergleichbar ist. Er ist als Politiker untragbar und unglaubwürdig, und seine Liste purer Etikettenschwindel.

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