ÖGB: BAWAG-Verkauf richtige, aber schwere Entscheidung

Gf. ÖGB-Präsident Hundstorfer bei Betriebsversammlung: Österreichische Lösung wird angestrebt

Wien (ÖGB) - "Gerade weil sich der ÖGB zur BAWAG P.S.K. bekennt, ist es der richtige Weg, dass sich der ÖGB als Eigentümer zurückzieht. Beim Verkauf der BAWAG werden wir uns für eine österreichische Lösung einsetzen, einen Käufer suchen, der den erfolgreichen Weg der BAWAG P.S.K. fortführt und wir werden auch sehr genau darauf achten, dass der künftige Eigentümer den tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichere und qualitätsvolle Arbeitsplätze bietet. Der ÖGB steht zu den BAWAG P.S.K.-MitarbeiterInnen und entlässt sie in eine sichere Zukunft", betonte der geschäftsführende ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer bei der heutigen BAWAG P.S.K.-Betriebsversammlung, an der rund 500 MitarbeiterInnen teilnahmen.++++

"Die Entscheidung, dass sich der ÖGB aus der BAWAG P.S.K. als Eigentümer zurückzieht, war eine sehr schwere. Sich nach 84 Jahren von der Bank der ArbeitnehmerInnen zu trennen, hätten wir uns noch vor wenigen Wochen nicht vorstellen können. Es ist ein Stich ins Herz einer jeden Gewerkschafterin und eines jeden Gewerkschafters und zweifellos haben auch die Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Tagen und Wochen sehr viel mitgemacht", so Hundstorfer zum ÖGB-Grundsatzbeschluss, die BAWAG P.S.K. zu verkaufen.

Schwere, aber richtige Entscheidung

Angesichts der tagespolitischen Diskussionen im Vorfeld des Wahlkampfes musste aber rasch entschieden werden. Daher sei das BAWAG P.S.K.-Management an den Eigentümer mit der Bitte herangetreten, eine Trennung zwischen Politik und Geschäft anzustreben, um dadurch den Beschäftigten bestmöglich zu helfen. Die Entscheidung, sich von der Bank schweren Herzens zu trennen, um sie ein zweites Mal zu retten, sei die richtige gewesen statt an ihr festzuhalten, wissend, dass ihr das schaden würde, erklärte Hundstorfer.

Hätten wir nicht so rasch entschieden, wäre die BAWAG P.S.K. und mit ihr alle MitarbeiterInnen unter enormen Druck gestanden. "Angesichts dieser Situation hatten wir die Möglichkeit, die Bank weiterhin der parteipolitischen Diskussion und Attacken auszusetzen oder den 6.000 MitarbeiterInnen der Bank und ihren mehr als 1,3 Millionen Kunden und Kundinnen eine Perspektive zu geben, indem sich der ÖGB als Eigentümer zurückzieht. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden", so der geschäftsführende ÖGB-Präsident.

Hundstorfer nahm bei der Betriebsversammlung auch die Gelegenheit wahr, sich bei den MitarbeiterInnen für ihr Engagement in dieser schweren Zeit zu bedanken. Die meisten von Ihnen stehen an vorderster Front, direkt bei den Kunden. "Ich weiß, dass sie viele aufgebrachte und verunsicherte Kunden beruhigen mussten, dass sie bisweilen harte Kritik für Fehler und Entscheidungen einstecken mussten, die nicht in ihrem Verantwortungsbereich lagen", so Hundstorfer. Der ÖGB stehe mit großer Loyalität zur BAWAG P.S.K und seinen MitarbeiterInnen. Daher werde man sich beim Verkauf für eine österreichische Lösung einsetzen, einen Käufer suchen, der den erfolgreichen Weg der BAWAG P.S.K. fortführt und expandiert und sehr genau darauf achten, dass der künftige Eigentümer der BAWAG P.S.K. seinen tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichere und qualitätsvolle Arbeitsplätze bietet.

Der gf. ÖGB-Präsident ersuchte auch um Verständnis für die Entscheidung des ÖGB und um das Vertrauen der KollegInnen in die Expertise des BAWAG-Generaldirektos. "Ewald Nowotny bietet der Bank eine langfristige Bestandsfähigkeit und seinen MitarbeiterInnen größtmögliche Arbeitsplatzsicherheit. Mit der Entscheidung des ÖGB, sich als Eigentümer zurückzuziehen, werden die Bemühungen von Generaldirektor Nowotny unterstützt", so Hundstorfer abschließend. (ew)

ÖGB, 3. April 2006 Nr. 228

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