Koren: Gewerbe- und Handwerksunternehmen verstärkt in Export führen

AWO motiviert gezielt jene KMU für den Export, die bisher noch nicht über die Landesgrenzen hinausgegangen sind

Wien (PWK198) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Georg
Toifl (Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk) und Walter Bornett (KMU-Forschung) betonte der Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, Walter Koren, dass bei der Erreichung der AWO-Ziele für die österreichische Exportwirtschaft die Gewerbe- und Handwerksunternehmen von großer Bedeutung seien. Bis 2007 soll das Exportvolumen 100 Mrd. Euro betragen, die Zahl der Exporteure 10% der österreichischen Unternehmen ausmachen und die Exportquote bei 40% liegen. Ohne die Gewerbe- und Handwerksunternehmen, die schon jetzt die zweitwichtigste "Kundengruppe" des umfangreichen Exportförderprogramms der AWO sind, wäre diese Zielerreichung nicht möglich. Die ersten beiden Punkte (Expotvolumen und Zahl der Exporteure) sollten schon heuer erreicht werden, so Koren.

Die im vergangenen Jahr von der AWO und der Bundessparte Gewerbe und Handwerk zur Förderung der Exportaktivitäten der Gewerbe- und Handwerksunternehmen gestartete Initiative, war ein voller Erfolg. Bereits im August 2005 konnte ein positives Zwischenresümee gezogen werden: Von Juli 2003 bis Juni 2004 konnten die Außenhandelsstellen 4.215 verschiedene Spartenmitglieder in Exportangelegenheiten beraten, von Juli 2004 bis Juni 2005 waren es schon 4.930 - das ist ein Plus von 17 Prozent! Insgesamt standen im abgelaufenen Jahr über 5.000 Gewerbe- und Handwerksunternehmen in Kontakt mit der AWO.

Aufgrund der kleinbetrieblichen Struktur beliefern Exporteure im Gewerbe und Handwerk überwiegend die Nachbarländer Österreichs. Koren: "Die Anfragen zu Geschäftsmöglichkeiten in unseren unmittelbaren Nachbarstaaten an unsere Experten im Inland und an die österreichischen Außenhandelsstellen sind um 40% gestiegen." Rund jede fünfte Anfrage wird ebenso wie jede 5. Teilnahme an einer von der AWO angebotenen In- oder Auslandsveranstaltung (mehr als 800 jährlich) von Vertretern der Sparte Gewerbe und Handwerk wahrgenommen. Koren: "Sie holen sich Informationen über Marktchancen, sondieren mit uns Zielmärkte im Ausland und führen bei AWO-Wirtschaftsmissionen Gespräche mit Geschäftspartnern und Kunden."

Ein Schwerpunkt der AWO-Maßnahmen, im Rahmen der von BMWA und WKÖ initiierten Internationalisierungsoffensive "go international", ist speziell auf die Bedürfnisse von Kleinunternehmen ausgerichtet. Ein wesentliches Kernelement bilden dabei Maßnahmen, die speziell KMU-Neuexporteure ansprechen und diese mit einem aus Wissensvermittlung, Marktsondierung und individueller Beratung präzise aufeinander abgestimmtem Angebot in die Zielmärkte geleitet. Das Hauptziel der Arbeit der AWO - mit Hilfe von "go international" -ist, mehr Kleinbetriebe und potentielle Neuexporteure in den Export zu führen. Dabei werden Firmen aktiv angesprochen und zum Schritt über die Grenzen in neue Märkte motiviert. Koren: "Gerade hier sind Gewerbebetriebe die prädestinierte Zielgruppe in der noch enorme Exportpotentiale verborgen sind. Dieses Potential werden wir jetzt mit einem Maßnahmenpaket bergen und mit unserer Unterstützung zielgerichtet in potentielle Zielmärkte geleiten." In den Bundesländern werden die exportversprechendsten Branchen identifiziert und darauf aufbauend jene Unternehmen für weitere Schritte selektiert, die bis dato noch nicht exportieren.

Der Exportfit-Test und die ExportKompetenzWerkstatt sind dabei die ersten Schritte. Mit den Österreich weit angebotenen EXPORTKOMPETENZWERKSTÄTTEN werden Unternehmer mit dem für das Auslandsgeschäft notwendigem Feinschliff versehen. Dies kommt insbesondere KMU zugute und verleiht ihnen Exportkompetenz. Die für den Exporteinsteiger zugeschnittene ExportKompetenzWerkstatt sorgt mit Themenschwerpunkten wie Exportmarketing, Exportfinanzierung und -absicherung sowie Zollabwicklung für das notwendige theoretische Rüstzeug. Mehr als ein Drittel der geförderten Teilnehmer sind Gewerbe- und Handwerksunternehmen. Insgesamt besuchten bisher 233 Unternehmer eine der 20 Exportwerkstätten. Noch größer war das Interesse an der konkreten Unterstützung bei der Bearbeitung eines Auslandsmarktes durch einen geförderten professionellen Exportberater. Hier ist es die Aufgabe des Beraters gemeinsam mit dem Unternehmen eine geeignete Exportstrategie zu entwickeln und darauf aufbauend gemeinsam mit der zuständigen Außenhandelstelle geeignete Vertriebspartner bzw. Kunden zu finden. Ein weiteres Element sind MARKTSONDIERUNGSREISEN zum Kennen lernen neuer Märkte und Wirtschaftsmissionen um potentielle Geschäftspartner zu finden, sowie GRUPPENAUSSTELLUNGEN zur Präsentation der eigenen Produkte auf internationalen und regionalen Messen.

"Aufgrund der volkswirtschaftlich großen Bedeutung des Exports insbesondere für ein kleines Land wie Österreich, setzen wir uns für eine Fortführung und Neudotierung der Internationalisierungsoffensive als unverzichtbaren Beitrag des Staates zur Förderung des wichtigsten Konjunktur- und Arbeitsmotors in Österreich ein", forderte Koren abschließend. (BS)

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