Schwarzböck: Mehr Marktorientierung für stabile Bauerneinkommen

Interessenvertretung verlangt klares Bekenntnis zu LE-Kofinanzierung

Wien (AIZ) - "Stabile Bauerneinkommen sind in Zukunft dann
möglich, wenn nicht nur die Leistungen, die die Landwirtschaft im Auftrag der Gesellschaft erbringt, abgegolten werden, sondern aktiv alle Chancen des Marktes genutzt werden können. Dieser Weg verlangt von unseren Bauern noch mehr Marktorientierung und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Ein taugliches Instrument, in diese Richtung starke Anreize zu geben und die unternehmerische Landwirtschaft zu stärken, gibt das neue Programm 'Ländliche Entwicklung', zusammengefasst im 'Grünen Pakt' des Landwirtschaftsministers." Dies erklärte heute Rudolf Schwarzböck, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, in Reaktion auf das Ergebnis der Landwirtschaftlichen Gesamtrechung 2005.

"Abgeholt werden können die Brüsseler Mittel, die Österreich im Gegensatz zu anderen EU-Ländern wieder in gleicher Höhe wie bisher erhält, jedoch nur dann zur Gänze, wenn die Bundesländer und der Bund ihren Anteil finanzieren. Deshalb verlangen die Bauern ein klares Bekenntnis zu dieser notwendigen Kofinanzierung. Nur dann können nämlich die Berg- und benachteiligten Gebiete, die Umweltprogramme, der Biolandbau oder Zukunftsinvestitionen entsprechend dotiert und die Bauern auf künftige Herausforderungen optimal vorbereitet werden", gab Schwarzböck zu bedenken.

Bäuerliche Einkommen sanken 2005 im Schnitt je Arbeitskraft um 3,4%

Bekanntlich sank das bäuerliche Einkommen in Österreich im Vorjahr im Schnitt je Arbeitskraft um 3,4%. Dieser Verlust ist geringer als der EU-Durchschnitt, der bei einem Einkommensminus von 5,6% liegt. Hauptursache des heimischen Rückgangs war die pflanzliche Erzeugung. Hier sank der Wert im Vergleich mit dem Vorjahr um 17%. Besonders ausgeprägt war das Minus bei Getreide mit einem rückläufigen Produktionswert von minus 45%. Auch die schwache Weinernte trug zum Rückgang bei. Die negative Gesamtsumme konnte dann auch die insgesamt 2%ige wertmäßige Steigerung der tierischen Erzeugung mit je einem Plus von 3% bei der Schweinehaltung und im Milchbereich nicht mehr wettmachen.

"Damit Österreichs Bauern auch in der kommenden EU-Finanzperiode 2007 bis 2013 der stärker werdenden Konkurrenz auf den Märkten begegnen können, brauchen sie Planungssicherheit und Stabilität. Mit der entkoppelten Betriebsprämie als erste Säule der EU-Agrarpolitik und dem Programm Ländliche Entwicklung als zweite Säule wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen. Nun gilt es, den 'Grünen Pakt' so rasch wie möglich in Brüssel zur Genehmigung einzureichen, damit die Umsetzung rechtzeitig starten kann. Gleichzeitig appellieren wir an die EU-Verhandler, in der Endphase der WTO-Runde Stärke zu zeigen und keine weiteren Kompromisse zu Lasten der europäischen Landwirtschaft zu machen", unterstrich Schwarzböck.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, pressedienst@aiz.info
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0001