Angst um den Arbeitsplatz - Krankenstände gehen deutlich zurück

Linz (OTS) - Der Anteil der Arbeitnehmer/-innen im Krankenstand an der Gesamt-zahl der Beschäftigten ist in Oberösterreich im ersten Quartal 2006 gegenüber dem Vorjahr von 3,52 Prozent auf 2,97 Prozent ge-sunken. In den ersten 12 Wochen des Jahres 2006 waren im Durch-schnitt 16.602 Oberösterreicher/-innen im Krankenstand. Die Ver-gleichzahl für das Vorjahr lautet 19.166.

Die Arbeiterkammer führt diese Entwicklung vor allem darauf zu-rück, dass immer mehr Menschen aus Angst um den Arbeitsplatz krank zur Arbeit gehen. Dass die Menschen gesünder sind, lässt sich aus dieser Entwicklng keineswegs ableiten.

Einen außergewöhnlich starken Rückgang bei den Krankenständen im Vergleich zum Vorjahr belegen die jüngsten Zahlen des Hauptverban-des der Österreichischen Sozialversicherungsträger für den Februar 2006:
Bei den Arbeitern/-innen reduzierte sich der Zugang der Krankenstände im Vergleich zum Vorjahr von 212 auf 145 je 1.000 Versicherte, bei den Angestellten von 151 auf 92. Die Kran-kenstandsquote bei den unselbständig Erwerbstätigen in Oberöster-reich lagen damit im Februar 2006 mit 2,9 Prozent nicht nur weit unter der Vorjahreszahl, sondern auch weit unter dem Bundesschnitt von 3,7 Prozent.

Schon länger ist zu beobachten, dass viele Menschen aus Angst um den Arbeitsplatz erst sehr spät, oft zu spät, in den Krankenstand gehen. Und viele treten ihre Beschäftigung schon wieder an, noch ehe sie wieder wirklich gesund sind. Angesichts alternder Beleg-schaften und steigenden Leistungsdrucks ist diese Entwicklung sehr bedenklich und hat möglicherweise fatale Folgen für den Gesund-heitszustand der Betroffenen. Langfristig können daraus auch deut-lich höhere Folgekosten für das Gesundheitssystem entstehen.

Nicht unwesentlich zur Angst der Betroffenen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, hat die Abschaffung des Entgeltfortzahlungsfonds beigetragen. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall muss nun direkt von den Arbeitgeber/-innen getragen werden, weshalb immer mehr Ar-beitnehmer/-innen gekündigt werden, sobald sie erkranken. Die AK fordert daher die rasche Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungs-fonds für alle Dienstnehmer/-innen.

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