Drastische Arbeitszeit-Überschreitungen in Salzburg

Mayer kritisiert Praxis im Krankenhaus Schwarzach - Spitalseigentümer müssen neue Organisationsmodelle schaffen

Wien (OTS) - Schwere Kritik äußerte Montag der Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte, Harald Mayer, an den laufenden Verletzungen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes auf der unfallchirurgischen Abteilung des Krankenhauses Schwarzach-St. Veith. Wie der zuständige Primarius, Franklin Genelin, in einer ORF-Sendung festgestellt hatte, müssten Unfallchirurgen 72 Wochenstunden und mehr arbeiten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Eine Einhaltung des Krankenanstalten-Arbeitzeitgesetzes sei daher unmöglich.

Der Bundeschef der angestellten Ärzte bezeichnete die Ansicht und die Praxis in Schwarzach-St. Veith als "systematischen Raubbau an den physischen und psychischen Kräften der Ärzte". Es könne nicht sein, dass Stress und Übermüdung fixe Faktoren des ärztlichen Einsatzes in den Krankenhäusern würden. Den Leiter der Schwarzacher Unfallchirurgie forderte Mayer auf, "alles zu unternehmen, um diese für die betroffenen Ärzte und Patienten untragbaren Zustände zu beseitigen".

Indiskutabel ist für Mayer die "Ignoranz der Spitalseigentümer", die es bis heute nicht geschafft hätten, geeignete Organisationsmodelle für den Arbeitseinsatz von Spitalsärzten zu schaffen. In der Untätigkeit des für die Einhaltung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes politisch zuständigen Arbeitsministeriums sieht Mayer darüber hinaus eine "unheilvolle Komplizenschaft zum anhaltenden und vorsätzlichen Gesetzesbruch".

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