113 000 Kinder und Jugendliche manifest arm

ARMUTSKONFERENZ warnt davor, Armut zu verharmlosen und zu verdrängen

Wien (OTS) - "Vor der Tendenz Armut zu verharmlosen und zu verdrängen" warnt das österreichische Anti-Armutsnetzwerk anlässlich der aktuellen Daten der Statistik Austria.

113 000 Buben und Mädchen unter 19 Jahre sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Ihre Eltern sind zugewandert, erwerbslos, alleinerziehend oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können. Die Betroffenen haben ein geringes Einkommen weit unter dem Schwellenwert von 848 Euro und können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, sind chronisch krank, leben in feuchten, schimmligen Wohnungen.

Die Eltern versuchen zuerst einmal sich selbst einzuschränken, um den Kindern weiter ein normales Leben zu ermöglichen. Das geht auch einige Zeit gut, aber nicht auf Dauer. In Haushalten, die unter der Armutsgrenze leben, muss das vorhandene Einkommen für das Notwendigste ausgegeben werden: Wohnen, Heizen und Ernährung. Für Sozialkontakte, Bildung, gar Nachhilfestunden bleibt da nichts mehr übrig. Dann schlägt die angespannte finanzielle Situation in Armutshaushalten auch auf den Alltag der Kinder durch. Und auf ihre Zukunft.

"Zukunft trotz Herkunft" für Jugendliche aus benachteiligten Familien, fordert die Armutskonferenz als Reformprinzip ein. Damit Zukunft nicht von der Herkunft abhängt, braucht es einen Bildungsweg, der nicht sozial selektiert, sondern individuell fördert, es braucht eine gut ausgebaute Frühförderung vor der Schule, Hauptschulabschlusskurse ohne Zugangsbarrieren und es braucht den politischen Willen, wachsender sozialer Polarisierung entgegenzutreten.

In den Ländern, in denen die Aufstiegschancen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien besser gewährleistet werden, wird vor allem die starke individuelle Förderung von Kindern in relativ heterogenen Gruppen erfolgreich praktiziert. Davon profitieren schwächere SchülerInnen genauso wie überdurchschnittlich begabte.

DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung.

Wir betreuen und unterstützen im Jahr über 100 000 Hilfesuchende:
Autonome Österreichische Frauenhäuser, ArbeitslosensprecherIn Österreich, ARGE MigrantInnenberatung Österreich, ASB Schuldnerberatungen GmbH, Bildungshaus Salzburg St. Virgil, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Bundesdachverband für Soziale Unternehmen, Caritas Österreich, Diakonie Österreich, Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, Evangelische Akademie Wien, Forum Kirche und Arbeitswelt, Internationaler Versöhnungsbund / österreichischer Zweig, Katholischer Familienverband Österreichs, Katholische Frauenbewegung Österreichs, Katholische Sozialakademie Österreichs, Kolping Österreich, Netzwerk Österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Neustart, Bewährungshilfe, Konfliktregelung und soziale Arbeit, Österreichische Hochschülerschaft, Österreichische Plattform für Alleinerziehende, Österreichischer Berufsverband der Sozialarbeiterlnnen, Österreichischer Gewerkschaftsbund/ Frauenabteilung, pro mente austria, SOS Mitmensch, Volkshilfe Österreich, Wiener Hilfswerk, Regionale Armutsnetzwerke:
Salzburg-Oberösterreich-Kärnten.

www.armutskonferenz.at

Rückfragen & Kontakt:

Rückfragen Medien: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
Koordinationsbüro: 01/ 402 69 44

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ARM0001