AK zu den fünf merkwürdigen Fragen des ÖVP-Generalsekretärs

Wien (OTS) - Als Versuch einen unbequemen Vertreter der ArbeitnehmerInnen zu beschädigen wertet die AK die Versuche der Regierungsparteien, AK Präsident Herbert Tumpel für Bawag Verluste verantwortlich zu machen. Die Skandalisierung erfolgt aber offenbar mit wenig Wissen, wie die "fünf Fragen" von ÖVP Generalsekretär Reinhold Lopatka und die Vorwürfe von Klubobmann Scheibner beweisen.

Das zeigt sich schon daran, dass Scheibner sich erregt, dass in Tumpels Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender seine Frau, Gertrude Tumpel-Gugerell, Vizegouverneurin der ÖNB gewesen sei, und damit für die Kontrolle der Bawag zuständig - was nicht stimmt. Tumpel-Gugerell kam erst nach dem Ausscheiden Tumpels aus der Bawag in das ÖNB-Direktorium und wurde erst 1998 Vize-Gouverneurin. Tumpel dazu:
"Dass man mich angreift - man will ja nicht zum ersten Mal die AK mundtot machen - gehört offenbar zum Wahlkampf, und ich kann mich wehren. Dass man meine Frau hineinzieht ist eine Sauerei."

Die fünf Fragen Lopatkas sind zum Teil überhaupt unklar: So scheint Lopatka davon auszugehen, dass Tumpel mit den Bawag Verlusten in Verbindung steht und darüber informieren hätte müssen. Tumpel dazu: "In meiner Zeit gab es keine, wie Lopatka sagt, katastrophalen Verluste aus diesen Geschäften, es gab einen Gesamtgewinn der Bawag."

Tumpel wiederholt, dass der Aufsichtsrat 1995 nur Veranlagungen zugestimmt hat, die unter strengen Auflagen standen: Daher seien Risken und Volumina begrenzt gewesen, Sicherheiten verlangt gewesen -und der Vorstand habe eine besondere Berichtspflicht an den Aufsichtsrat gehabt. Offenbar hat die Bawag bis 1998 aus diesen Geschäften auch Gewinne gemacht, jedenfalls wurde dies dem Aufsichtsrat berichtet - zu einer Zeit, als Tumpel dem Aufsichtsrat schon längst nicht mehr angehörte. Von Verlusten nach 1998 konnte Tumpel daher keine Kenntnis haben. Im übrigen verweist die AK auf die gestrige Klarstellung (OTS 159 vom 28.3.2006).

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