Der Wickelrucksack bekommt Nachwuchs

Vizebürgermeisterin Grete Laska präsentiert neuen Kleinkinderrucksack

Wien (OTS) - Das Wäschepaket erhält Zuwachs. Ab Anfang April wird es den neuen Kleinkinderrucksack geben. Jedes neugeborene Wiener Baby erhält wahlweise die Säuglingsausstattung mit dem praktischen Wickelrucksack oder die Kleinkinderausstattung mit dem neuen Kleinkinderrucksack. "Mit dieser Ausstattung, die einzigartig in ganz Österreich ist, wollen wir den jüngsten WienerInnen einen symbolischen Willkommensgruß zukommen lassen. Dieser besteht aber nicht nur aus einem Geschenk, das jetzt durch den Rucksack für die Kleinkinderausstattung ergänzt wird, sondern auch aus zahlreichen Betreuungsangeboten der MAG ELF, die Eltern und Kinder in den ersten Lebensjahren begleiten," betont Vizebürgermeisterin Grete Laska. Der neue abwaschbare, leuchtend blau-rot-gelbe Rucksack mit dem reflektierenden MAG ELF Wal-Logo ist kinderfreundlich im doppelten Sinn, wie Grete Laska betont: "Wir haben nämlich darauf geachtet, dass er unter Ausschluss von Kinderarbeit hergestellt wird."****

Julius Tandler: "Kein Kind darf auf Zeitungspapier geboren werden"

Was einst unter dem Begriff Fürsorge bekannt war, begann in Wien im Jahr 1927: Als Julius Tandler im Wohlfahrts- und Gesundheitswesen amtsführend war, wurde das erste Wäschepaket für Neugeborene eingeführt.

"Kein Wiener Kind darf auf Zeitungspapier geboren werden" untermauerte der Slogan den politisch-gesellschaftlichen Auftrag. Damals klopften die Fürsorgerinnen noch persönlich an die Haustüre der Familien, überreichten das Wäschepaket und nutzten den Hausbesuch, um einen Blick auf die familiären Verhältnisse des Neugeborenen zu werfen. Heute suchen SozialarbeiterInnen der MAG ELF (Amt für Jugend und Familie) das Gespräch mit der Familie im Zuge der Anmeldung zum Wäschepaket.

Mehr Besucher denn je in Wiens Eltern-Kind-Zentren

"Machte früher die Armut diese Maßnahme notwendig, nutzt die MAG ELF heute diese Gespräche für eine breite Information über ihre Angebote und Serviceleistungen", erzählt Kinderstadträtin Laska. "Wir wollen werdenden und jungen Eltern Möglichkeiten aufzeigen, welche Leistungen und Hilfe sie in ihrer neuen Lebenssituation in Anspruch nehmen können." Die Säuglings- oder Kleinkinderausstattung, die die Stadt Wien allen in Wien lebenden Eltern nach der Geburt ihres Babys schenkt, bietet eine optimale Möglichkeit die Zielgruppe fast zur Gänze zu erreichen. Das Angebot reicht dabei von Elternschulen über Gruppenaktivitäten bis zu individuellen Beratungsmöglichkeiten durch SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, FachpsychologInnen und ÄrztInnen in den Eltern-Kind-Zentren und Elternberatungsstellen "Die Zahlen der letzten Jahre zeigen sehr deutlich, dass das Angebot der MAG ELF immer intensiver genutzt wird", betont Grete Laska. Im Jahr 2005 verzeichneten beispielsweise die Eltern-Kind-Zentren 88.791 Kontakte (Gruppenaktivitäten, Vorträge, Elternberatungen) - das sind etwa 12.000 mehr als im Vorjahr. Bei den Vorträgen boomen besonders die Themen "Grenzen setzen", "Schlafen", "Sauberkeitserziehung" oder "Umgang mit kindlicher Gewalt".

Die Angebote im Detail:

o Die Eltern-Kind-Zentren

In den Eltern-Kind-Zentren der MAG ELF finden Eltern vor und nach der Geburt Unterstützung durch ExpertInnen.

Dazu gehören Beratungsangebote über Pflege, Ernährung und Entwicklung des Kindes, rechtliche, finanzielle, medizinische und psychologische Beratung, Vorträge im Rahmen der Elternschule. Es besteht die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern, wie beispielsweise bei den Elternrunden, Babytreffs oder den Eltern-Kind-Treffs. Bei letzterem konnte die Besucherfrequenz fast verdoppelt werden: waren es 2004 noch 13.034 BesucherInnen, stieg 2005 die Zahl auf 20.649. Bei den verschiedenen Gruppenaktivitäten können die BesucherInnen der Eltern-Kind-Zentren ihre Erfahrungen austauschen, schwierige oder belastende Momente oder Sorgen und Ängste ansprechen bzw. in persönlichen Gesprächen mit ExpertInnen erörtern.

In den Elternberatungsstellen werden die Kleinen in den ersten Lebensjahren medizinisch beraten und begleitet. Dazu gehören beispielsweise kostenlose Untersuchung von ÄrztInnen bzw. Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, mit Zustimmung der Eltern werden die Kleinen auch geimpft, regelmäßig gewogen und gemessen. Die Beratung durch die SozialpädagogInnen konzentriert sich auf Ernährung, Pflege und den praktischen Umgang mit dem Baby. Die SozialarbeiterInnen beraten in allen sozialen Fragen um so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung anzubieten.

In den Elternschulen finden zur Vorbereitung auf Geburt und Elternschaft themenzentrierte Vortragsabende statt (auch in bosnisch, kroatisch und serbisch), individuelle Fragen und Anliegen werden diskutiert.

"All diese Angebote verfolgen dasselbe Ziel: die erzieherischen Fähigkeiten der Eltern zu stärken, ihnen klar zu machen, dass niemand perfekt ist und ihren persönlichen Handlungs- und Gestaltungsspielraum zu vergrößern, um Krisen möglichst vorzubeugen," so Laska, die selbst Mutter von vier Kindern ist, abschließend.

o Wie erhalten die Wiener Familien die Ausstattung und den Rucksack?

Mit dem Mutter- Kind- Pass und den ersten zwei eingetragenen Schwangerschafts-Untersuchungen erfolgt die Anmeldung entweder im nächstgelegenen Eltern-Kind-Zentrum oder im Geburtsspital bei der MAG ELF-SozialarbeiterIn. Dabei wird die "Wiener Dokumentenmappe" überreicht, die eine Fülle von Informationen enthält.
Erste Fragen oder Probleme können gleich mit der SozialarbeiterIn besprochen werden. Nach der Geburt bekommen die Mütter in den meisten Wiener Spitälern die gewählte Ausstattung mit dem entsprechenden Rucksack von der MAG ELF-SozialarbeiterIn überreicht. Erfolgt eine Hausgeburt oder eine Entbindung außerhalb Wiens, kann innerhalb von vier Wochen die Ausstattung plus Rucksack im nächsten Eltern- Kind-Zentrum abgeholt werden.

o Info, Kurzberatung & Soforthilfe: MAG ELF Servicetel. 4000-8011 (8 bis 18 Uhr) o Alles "Rund ums Baby": http://www.wien.gv.at/magelf/baby/ o Für Erwachsene: http://www.stressmitkindern.at/ o Für Kinder und Jugendliche: http://www.stressmiteltern.at/ o Weitere Infos: http://www.kinder.wien.at/

(Schluss) spe

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Mag. Monika Sperber
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