AKNÖ und WKNÖ eröffnen KFZ-Schlichtungsstelle

Für Einigung zwischen Autobesitzern und Werkstätten

Wien (AKNÖ) - "Mir wern kan Richter brauchen" - diese Redensart setzt die KFZ-Schlichtungsstelle in die Tat um. Die von AKNÖ und WKNÖ betriebene Einrichtung bringt Streitfälle zwischen Autobesitzern und Autowerkstätten zu einem gütlichen Ende. WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und AKNÖ-Präsident Josef Staudinger haben heute ihren fixen Standort im WIFI St. Pölten eröffnet.

"Wenn man bedenkt, dass allein in Niederösterreich 893.500 Kraftfahrzeuge zugelassen sind, dann wird einem schnell klar, dass die Dienste unserer Schlichtungsstelle für ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen und auch für die Betriebe von großer Bedeutung sind", erklärt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Die Realität gibt ihm Recht. 2005 gab es 1.386 Beschwerden über mangelhaft oder schlecht durchgeführte Reparaturen bei den AKNÖ-Konsumentenschützern. 646 davon betrafen Gewährleistungsfälle, bei 229 handelte es sich um Fragen zum Rücktritt von Kaufverträgen und 395 hatten allgemeine rechtliche Probleme in Zusammenhang mit der Reparatur. Dieses Jahr liegen bereits 408 Beschwerden vor. "90 bis 95 Prozent davon kann ich am Telefon klären. Fälle, die am Telefon nicht zu lösen sind, behandeln wir in der KFZ-Schlichtungsstelle", erklärt Konsumentenberater Ing. Werner Krisch. An der Spitze liegen Garantie-oder Gewährleistungsfälle, gefolgt von Motorschäden, Lackschäden nach Reparaturen oder Reifenreklamationen.

113.000 Euro "erschlichtet"
Die Kooperation zwischen AKNÖ und WKNÖ gibt es seit November 2004, um außergerichtliche Einigungen zwischen Kunden und Werkstätten herbeizuführen. Beide Parteien bringen beim Termin in der Schlichtungsstelle den Experten und Juristen von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer ihren Fall vor. Ein Gutachter ist ebenfalls vor Ort, um das Fahrzeug zu besichtigen. "Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt eine Werkstätte haben", sagt Krisch. Beim Termin zählen die Fakten, aber auch das psychologische Einfühlungsvermögen der Experten. Meist kommt es doch zu einer gütlichen Einigung. Den beteiligten Personen bleiben der Gerichtsweg und damit weitere Kosten erspart. Die an die KonsumentInnen rückerstatteten Kosten belaufen sich von 60 Euro für Reifenreklamationen bis zu 13.900 Euro für die Rückgabe eines gebrauchten Peugeots. Seit ihrem Bestehen Ende 2004 konnten 113.000 Euro für NÖ KonsumentInnen "erschlichtet" werden.

Gute Zusammenarbeit
Kommerzialrat Friedrich Nagl, der Innungsmeister der KFZ-Techniker NÖ, und AKNÖ-Konsumentenberater Werner Krisch haben den fachlichen Grundstein zur Schlichtungsstelle gelegt und erarbeiten dort Lösungen für ihre KlientInnen. "Ich habe die Initiative sehr begrüßt, zumal wir bereits mit der Innung der Rauchfangkehrer positive Erfahrungen gemacht haben. Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und über jede Einigung, die wir gemeinsam für unsere Mitglieder und die Werkstätten erzielen können", erklärt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

Ein fehlerhaft eingebauter Gasgriff
Ein querschnittgelähmter Niederösterreicher ließ sich in seinen Opel Vectra einen Lenkradgasgriff einbauen. Danach kam es zu einem Autobrand, bei dem der junge Mann geborgen werden musste. Weder der Händler noch die Montagewerkstätte sah die Schuld bei sich. Der Konsument wandte sich an die AKNÖ-Konsumentenberatung. "Das ist ein klassischer Fall für die Schlichtungsstelle. Unser Gutachter hat das Auto mit mir zerlegt und als Ursache für den Brand ein Kabel gefunden, das ohne Sicherung eingebaut wurde. Auf Grund dieses fehlerhaften Einbaus kam es zum Brand", erläutert Werner Krisch. Der Konsument bekam von der Versicherung der Montagefirma 8.200 Euro Schadenersatz.

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AKNÖ-Konsumentenberatung, Ing. Werner Krisch, Telefon 05-7171-23029

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