Kinderfreunde: Nicht SchülerInnen, sondern unzureichendes Schulsystem sanktionieren!

Wien (SK) - "Dass die Gewalt an Österreichs Schule steigt und LehrerInnen damit zunehmend überfordert sind, zeigt, dass wir unser Schulsystem und die Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen ändern müssen und nicht einzelne Sanktionen brauchen. Betragensnoten in Abschlussklassen einzuführen, wie Werner Amon oder Walter Riegler das vorgeschlagen haben, oder Einzelunterricht für 'böse' Kinder anzubieten, sind wohl nicht die richtigen Maßnahmen zur Gewaltprävention an Schulen", erklärte der Bundesvorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde, Landesrat Josef Ackerl, Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Notwendig hingegen wäre ein Paket an Maßnahmen, das die Schulstandorte und LehrerInnen selbst stärkt: kleinere Klassen, bessere Unterrichts- und Lernbedingungen, Unterstützung durch entsprechende BegleitlehrerInnen, SchulpsychologInnen und SozialarbeiterInnen vor Ort. Eine Zusammenarbeit der LehrerInnen mit helfenden ExpertInnen und die Vernetzung mit der Jugendwohlfahrt sowie beratenden Einrichtungen wären Schritte in die richtige Richtung.

"Die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern durch entsprechende Elternbildungsmaßnahmen sei notwendig. LehrerInnen brauchen ebenfalls eine entsprechende Aus- und Fortbildung, um sie für den Umgang mit schwieriger werdenden SchülerInnen kompetent zu machen", so Ackerl.

Verhaltensvereinbarungen, die für alle an Schule Beteiligten gelten, sollten an jeder Schule Standard sein; an diese Vereinbarungen müssen sich aber auch Lehrer und Eltern halten. Ein Schulklima, in dem die Partizipation von Schülern und Eltern möglich ist, werde Gewalt präventiv vermindern, wenn nicht verhindern.

"Kinder und Jugendliche sind der Spiegel unserer Gesellschaft: Wir müssen ihnen Rahmenbedingungen des Aufwachsens bieten, in denen sie lernen, dass Gewalt keine adäquate Antwort auf soziale Fragen ist. Daher brauchen wir eine Schule, die sich nachhaltig ändert und keine einzelnen Sanktionen gegen 'böse' Kinder und Jugendliche", schloss Ackerl. (Schluss) cs/mp

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0003