BK Schüssel zum Rücktritt ÖGB-Präsident Verzetntisch:

Wien (OTS) - Die Entscheidung von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch nach Bekanntwerden der Details BAWAG-Geschäfte war notwendig und richtig. Dieser Rücktritt kann aber kein Schlußstrich sein, sondern es muss für alle Mitglieder des ÖGB und für die Öffentlichkeit eine nachvollziehare Aufklärung aller Vorgänge geben.

Fritz Verzetnitsch war ein Vertreter der Sozialpartnerschaft im positiven Sinn. Er hat für die Anliegen der Arbeitnehmer gekämpft, gleichzeitig aber immer an das volkswirtschaftlich Mögliche gedacht. Mit dieser Haltung hat er als ÖGB-Präsident auch Anteil an der positiven Entwicklung Österreichs im Standortwettbewerb. Er war es auch, der bei den Verhandlungen über die große Pensionsreform die konstruktive Rolle des ÖGB geführt hat, die jedoch aufgrund der Ablehnung durch die SPÖ letztlich nicht mitgetragen werden konnte.

Ich bedaure die Umstände seines Rücktritts, weil ich Fritz Verzetnitsch immer als moderaten, vertrauenswürdigen Gesprächspartner erlebt habe. Es zeigt sich aber, dass die Ideologie und die Praxis der BAWAG-Geschäfte in der Realität nicht vereinbar waren.
Nun geht es primär darum, dass eine ganz genaue Prüfung durch die Finanzmarktaufsicht und die Justiz erfolgen. Es braucht jetzt dringend die notwendige Transparenz und die rückhaltlose Aufklärung aller Details der Geschäftsvorgänge.
Dass eine österreichische Bank international mit negativen Schlagzeilen ins Gerede kommt, ist äußerst bedauerlich und für den österreichschen Wirtschafts- und Finanzstandort schädlich. Die österreichischen Banken genießen international einen ausgezeichneten Ruf und sie sind gerade was den wirtschaftlichen Aufbau und die Entwicklung in Mittel- und Südosteuropa betrifft Vorreiter und sehr erfolgreich.

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