Bundesratspräsidentin beim Begräbnis von Estlands Alt-Präsidenten Roth-Halvax: Lennart Meri war ein großer Staatsmann und Europäer

Wien (PK) - Bundesratspräsidentin Sissy Roth-Halvax nahm am 26. März in Tallinn als Vertreterin Österreichs an den Trauerfeierlichkeiten anlässlich des Todes von Lennart Meri, Präsident Estlands von 1992 bis 2001, teil. Meri war am 14. März gestorben. "Die Trauerfeierlichkeiten fanden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt, was eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, wie beliebt Lennart Meri in der Bevölkerung war.
Auch unter den Nachbarländern genoss er den Ruf eines großen Staatsmannes und Europäers", so Roth-Halvax. Der estnische Präsident Arnold Rüütel hatte nationale Trauer angeordnet:
"Lennart Meris Arbeit half, die estnische Identität zu sichern
und zu stärken in Zeiten, als ein feindliches, totalitäres Regime herrschte. Die Nation wird sich an Meri als große Persönlichkeit erinnern". Meri galt auch als Wortführer der ost- und mitteleuropäischen Staaten beim Integrationsprozess in die Europäische Union und in die NATO.

Lennart Meri wurde 1929 in Tallinn als Sohn eines Diplomaten geboren. 1941 wurde seine Familie nach Sibirien deportiert. Sie kehrte später zurück nach Estland, wo Lennart Meri 1953 an der Geschichts- und Sprachfakultät der Universität Tartu graduierte. Er arbeitete dann nicht nur als Dramatiker, sondern auch als Produzent von Hörspielen für den estnischen Rundfunk.

Erst in den späten 70er Jahren erhielt Lennart Meri eine Ausreisegenehmigung der sowjetischen Behörden. Von Finnland aus lenkte er vermehrt die Aufmerksamkeit auf die Existenz Estlands. 1991 war Meri Gründungsmitglied der estnischen Volksfront; nach
den ersten freien Wahlen wurde er erster Außenminister des souveränen Estland. Er war der erste Politiker aus dem früheren Ostblock, der im NATO-Hauptquartier in Brüssel einen Vortrag
hielt. Lennart Meri wurde am 6. Oktober 1992 zum zweiten Präsidenten der Republik Estland gewählt, 1996 wurde er in seinem Amt bestätigt. Lennart Meri verstand es bei Auslandsbesuchen, auf Französisch, Deutsch, Englisch, Russisch, Finnisch und in anderen Sprachen treffende Antworten auf Fragen der Journalisten zu
geben. Wiederholt besuchte er Österreich; Ende November 2001 etwa nahm er in Wien am internationalen Symposium zum Thema "Die EU-Erweiterung, die baltischen Staaten und Österreich" teil.
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