Edlinger in "Offen gesagt": Arm gegen Reich ist der Konflikt, nicht Jung gegen Alt

Wien (SPW) - Gegen den bewusst geschürten Generationenkonflikt zwischen Jung gegen Alt sprach sich der Vizepräsident des Pensionistenverbandes Österreich, BM a.D. Rudolf Edlinger, am Sonntag Abend in der ORF-Diskussion "Offen gesagt" aus. Der eigentliche Konflikt heiße immer mehr "Arm gegen Reich", vor allem auch, weil sich gut verdienende Konzerne immer mehr aus ihrer Sozialpflichtigkeit und ihren Steuerleistungen zurückziehen. Das sei der Grund, weshalb dem Staat Geld fehle und bei Sozial- und Sozialversicherungsleistungen immer mehr gespart werde, kritisierte Edlinger.****

Die Gesellschaft werde in Zukunft noch reicher sein. Nimmt man ein nur 1,8%iges jährliches Produktivitätswachstum an, dann werde das reale Bruttoinlandsprodukt 2020 um 40 % und 2050 um 130 % über dem von 2000 liegen, argumentierte der frühere Finanzminister. Das Problem liege also weniger in der Finanzierbarkeit der bestehenden Sozialsysteme, sondern im verteilungspolitischen Bereich, in einer gerechten Verteilung des gemeinsam Erwirtschafteten und in gerechten Beiträgen aller zum Allgemeinwohl. Seiner Ansicht nach sollte man daher auch wieder über eine Wertschöpfungsabgabe nachdenken.

Die Pensionen der Zukunft würden außerdem schon heute leichter zu finanzieren bzw. anzusparen sein, wenn man den Menschen durch bessere Einkommen einfach mehr Geld in der Tasche ließe. Die gegenwärtige Politik produziere allerdings immer mehr Arbeitslose und Unsicherheiten, sodass den Menschen immer weniger zum Ansparen bleibe, weshalb alle Appelle zur privaten Vorsorge einfach an die Grenzen des Machbaren stoßen. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: ++43/ 01/ 53 427-348
wien.presse@spoe.at
http://www.wien.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DSW0002