KfV begrüßt europaweite Einigung für mehr Verkehrssicherheit

Fälschern und Führerscheintouristen wird mit dem heutigen Beschluss der EU-Führerscheinrichtlinie ein Riegel vorgeschoben.

Wien (OTS) - Europaweit gibt es ihn in 110 Versionen. Und wer ihn
in seinem Heimatland zum Beispiel wegen Alkohol am Steuer abgeben muss, konnte sich lange Zeit in einem anderen EU-Land ohne besonders große Umstände einen neuen besorgen. "Mit der Führerschein-Richtlinie, die heute im EU-Verkehrsministerrat beschlossen wird, geht für uns ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Denn es werden wieder einige Schlupflöcher für Hochrisikolenker gestopft", ist Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), zufrieden. Bereits vor zehn Tagen ist auf Diplomatenebene eine Einigung zustande gekommen. Demnach werden die Führerscheine in Europa ab 2012 gleich aussehen und befristet sein, wobei die einzelnen Länder zwischen einer Frist von zehn oder 15 Jahren entscheiden können.

Aus für Führerscheintourismus

Für das KfV sind zwei Punkte besonders wichtig: Das einheitliche Scheckkartenformat wird dem Variantenreichtum ein Ende setzen und Fälschungen erschweren. Durch die Neuregelung wird man außerdem künftig in der gesamten EU nur einen Führerschein erwerben können, was den "Führerscheintourismus" gänzlich unterbindet. Viele Autofahrer, die ihr rosa Papier - aus welchen Gründen auch immer -verloren haben, nutzen derzeit noch die Lockangebote vor allem osteuropäischer Fahrschulen, die schnell und unbürokratisch einen neuen Schein versprechen. Dass die betreffenden Autofahrer dazu eigentlich einen ständigen Wohnsitz in diesen Ländern haben müssten, wird oft großzügig ignoriert. Im Jänner erst hat Tschechien diesem Treiben einen Riegel vorgeschoben, indem es dort den Führerschein nur mehr gibt, wenn der Anwärter mindestens 185 Tage in Tschechien gewohnt hat. Lenker, die ihren Schein eingebüßt haben, übersehen meistens eine weitere Falle: Der Entzug der österreichischen Lenkberechtigung macht auch einen nachträglich erworbenen Auslands-Führerschein vollkommen wertlos. "In Zukunft wird also gewährleistet sein, dass Hochrisikolenker nicht wieder mit einem Pseudo-Schein in den Verkehr gelangen, sondern dass sie sich dabei auch noch Geld für ein nutzloses Dokument und Ärger mit den österreichischen Behörden sparen", betont Thann.

Vorgesehen ist in der neuen Richtlinie auch ein EU-weit nach Gewichtsklassen gestaffelter Führerschein für Motorräder und der Moped-Führerschein ab 16. "Angesichts der dramatischen Unfallzahlen 15-jähriger Mopedlenker wäre eine Hinaufsetzung des Mindestalters für Österreich absolut wünschenswert", gibt Thann in diesem Zusammenhang zu bedenken.

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