SLÖ: Gehrer trägt Verantwortung für das Scheitern der Kooperativen Mittelschule (KMS)

Wien (SK) - Zu den Pressemeldungen über das Scheitern der Kooperativen Mittelschule (KMS) in Wien äußerte sich der Bundesvorsitzende der Sozialdemokratischen LehrerInnen Österreichs (SLÖ, Reinhard Dumser,) gegenüber dem Pressedienst der SPÖ wie folgt. ****

"Den Beamten von Bildungsministerin Gehrer ist es tatsächlich gelungen, den politischen Auftrag ihrer Chefin in die Praxis umzusetzen. Das KMS-Modell, ein Beschluss aller im Wiener Landtag vertretenen Parteien, wurde durch permanent sich ändernde Auflagen des Ministeriums derart entstellt, dass vom eigentlichen politischen Konsens nichts mehr übrig geblieben ist: Da wurden die Vorgaben für die Beurteilung der Schülerleistungen mehrfach entscheidend verändert. Durch die zuletzt getroffene Entscheidung bei der Notengebung können HauptschülerInnen in Deutsch, Mathematik und Englisch nur mehr die Noten Befriedigend, Genügend oder Nicht Genügend erhalten. Halbjährlich gab es Auflagen, wie die Zeugnisformulare zu gestalten sind (mit/ohne Realgymnasium-Lehrplan, mit/ohne RG-Berechtigung, mit/ohne Hauptschulvermerk, mit/ohne Leistungsgruppen,. . .). Manche Kooperationen wurden akzeptiert, dann wieder nicht und umgekehrt. Mache Standorte laufen als Schulversuche, andere wieder als Projekte."

Diese ständigen Änderungen hätten entscheidend zur Verunsicherung der Eltern beigetragen.

Aus Sicht des SLÖ muss das Scheitern der KMS klar getrennt werden von dem, was die Lehrerinnen und Lehrer in diesem Modell tatsächlich geleistet haben. Denn trotz aller Rechtsunsicherheiten hätten die LehrerInnen mit großem Engagement und viel persönlichem Idealismus hervorragenden Unterricht angeboten, was auch durch die hohe Übertrittsquote der SchülerInnen nach der 4. KMS-Klasse in weiterführende höhere Schulen bestätigt würde.

"Wenn das Modell einer Allparteieninitiative gescheitert ist, dann deshalb, weil Beamte das politische Motto der ÖVP und ihrer Bildungsministerin 'dass nicht sein kann, was nicht sein darf!' perfekt umgesetzt haben.

Es ist tatsächlich gefährlich geworden, wenn einzelne Beamte wie ein Generalsekretär oder diverse Referenten, weit weg von der täglichen Realität des Schulalltags glauben, Schulpolitik betreiben zu können oder sie politisch so unter Druck gesetzt werden, dass dann ein derartiger bildungspolitischer Pfusch zum Nachteil der Kinder verordnet wird. Mit dieser Bildungsministerin ist die dringend notwendige Reform des österreichischen Schulwesens unmöglich geworden", so Dumser.

Noch nie sei die Forderung nach einer Gesamtschule so aktuell wie heute. Dieses Ziel bedürfe aber einer klaren Reform der Lehrerbildung (die geplanten Päd. Hochschulen werden dafür nicht reichen) und brauche eine moderne Lehrerfortbildung, die in einem bestimmten Ausmaß sehr wohl verpflichtend sein sollte. (Schluss) cs/mm

Rückfragen: Reinhard Dumser 0664/143 40 73

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