Glawischnig zu EU-Rat: Radioaktive Wolken kennen keine Grenzen, Herr Ratspräsident!

Pro-Atombeschluss bei EU-Rat erhöht Atomrisiko für Österreich

Wien (OTS) - "EU-Ratspräsident Schüssel streut der österreichischen Bevölkerung Sand in die Augen, wenn er sich in der aktuellen EU-Energiedebatte auf den Standpunkt zurückzieht, in Österreich werde es auch in Zukunft keine Atomkraftwerke geben. Damit täuscht er vor, Österreich bleibe von den Risken der Atomkraft verschont. Tatsache ist, dass beim EU-Rat ein Pro-Atom-Beschluss droht, der den Weg für den Bau neuer AKW in Europa freimacht. Dadurch würde sich das Atomrisiko für Österreich weiter erhöhen", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundes- und Umweltsprecherin der Grünen. "Dass Österreich atomkraftfrei bleiben wird, ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit. Dass radioaktive Wolken keine Grenzen kennen, dürfte dem Bundeskanzler aber offenbar nicht mehr in Erinnerung sein", so Glawischnig. Schüssel muss alles daran setzen um eine unmissverständliche Erklärung zu erreichen, dass Atomenergie, die nur sechs Prozent des Endenergieverbrauches in der EU deckt, keine Lösung ist", fordert Glawischnig. Nur acht von 25 EU-Staaten halten aktiv an der Atomkraft fest. Alle anderen Staaten betreiben keine AKW bzw. haben den Ausstieg politisch beschlossen. "Atomkraft ist in der EU ein Minderheitenprogramm, kann die EU-Energieversorgung nicht sichern und weist große Sicherheits- und Umweltrisiken auf", so Glawischnig.

Im ursprünglichen Entwurf der österreichischen Präsidentschaft zu den Energie-Schlussfolgerungen des Rates wurde in den letzten Tagen an drei Stellen der Begriff 'low emission technologies' verankert. Der Begriff 'Technologien mit niedrigen Emissionen' ist nichts anderes als ein Deckname für Atomkraft. Die Atomlobby will Atomenergie auf eine Stufe mit erneuerbaren Energieträgern stellen. Damit droht einerseits die Festschreibung einer fixen Atomquote am EU-Energiemix, wie von der EU-Kommission bereits im aktuellen Grünbuch-Energie vorgeschlagen, und andererseits die Ausweitung der ungerechtfertigten Subventionen und Forschungsgelder für die Atomkraft. "Wenn das durchgeht werden so die Weichen für den Bau neuer Atomkraftwerke in Europa gestellt", schließt Glawischnig.

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