NÖ: Sozialplan für Parker-Hannifin-Beschäftigte

Betriebsrat und Gewerkschaft verhandeln 1,4 Millionnen Euro

Wien/Wiener Neustadt (GMT/ÖGB) - Ende September wird die
Produktion der Fa. Parker Hannifin in Wiener Neustadt geschlossen, 69 ArbeitnehmerInnen sind davon betroffen. Betriebsrat und Gewerkschaft konnten mit der Firmenleitung einen Sozialplan vereinbaren.++++

Die Konzernzentrale der Firma Parker Hannifin in den USA hat beschlossen, die Produktion von Rohrverschraubungen und Hydraulikzubehör von Wiener Neustadt nach Polen zu verlagern, in Wiener Neustadt werden nur mehr Handel und Lager erhalten bleiben. Im Bezirk Wiener Neustadt liegt die Arbeitslosigkeit derzeit bei 9,9 Prozent, die Aussichten auf neue Arbeitsplätze für die Betroffenen sind also nicht besonders günstig. Umso wichtiger war es für Betriebsrat und die Gewerkschaft Metall - Textil (GMT), die ohnehin schwierige Lage durch einen Sozialplan abzumildern.

Nach drei Verhandlungsrunden oder mehr als 20 Stunden Verhandlungen zwischen Betriebsrat, GMT und der Geschäftsleitung der Firma Parker Hannifin ist der Sozialplan für die 69 betroffenen Beschäftigten unter Dach und Fach. 1,4 Millionen Euro stehen insgesamt zusätzlich zu den gesetzlichen Ansprüchen zur Verfügung, 250.000 Euro davon sind für eine Arbeitsstiftung vorgesehen. Der Sozialplan sieht unter anderem besondere Leistungen für Menschen mit Kindern, für AlleinerzieherInnen oder für ältere Beschäftigte vor. Die ArbeitnehmerInnen haben außerdem die Möglichkeit, die Arbeitsverhältnisse einvernehmlich zu lösen, wenn sie neue Jobs gefunden haben, und bekommen dann neben den gesetzlichen Ansprüchen wie Abfertigung auch Leistungen aus dem Sozialplan.

"Die Entscheidung der Konzernleitung, die Produktion in Wiener Neustadt zu schließen, ist schmerzhaft und für die Beschäftigten nicht nachvollziehbar", sagt Betriebsratsvorsitzender Rudolf Holzinger. "Unter den gegebenen Bedingungen ist es uns mit Unterstützung der GMT gelungen, die schwierige Situation für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen durch den Sozialplan zu mildern." In einer Betriebsversammlung vor der letzten Verhandlungsrunde hatten 100 Prozent der anwesenden Beschäftigten dem Betriebsrat ihre volle Unterstützung für seine geplante Vorgangsweise zugesichert. Die Sozialplanverhandlungen seien hart gewesen, wurden aber von beiden Seiten sachlich und fair geführt, berichtet Robert Hauser, Rechtsexperte der GMT. "Arbeitsplatzverluste stellen alle Betroffenen vor schwierige Situationen. Mit dem Sozialplan ist es uns gelungen, wenigstens einen finanziellen Ausgleich zu schaffen. Es zeigt sich gerade in so schwierigen Situationen wie Produktionsschließungen, wie wichtig starke Betriebsräte und starke Gewerkschaften für die ArbeitnehmerInnen sind."

Auch von Firmenseite wurde die funktionierende betriebliche Sozialpartnerschaft gelobt: Personalleiter Körner und Geschäftsführer Dragschitz bedankten sich bei den ArbeitnehmerInnen für die jahrelange Einsatzbereitschaft und hoben den konstruktiven Verhandlungsstil von Betriebsrat und GMT hervor.

ÖGB, 21. März 2006 Nr. 186

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