Greenpeace: Schutzgebiete stoppen Artensterben

Greenpeace präsentiert Kartenwerk für ein weltweites Netz von Meeres-Schutzgebieten

Curitiba/Wien (OTS) - Auf der Konferenz des UN-Übereinkommens zur Biologischen Vielfalt (CBD) in Curitiba/Brasilien stellte Greenpeace heute wissenschaftliche Karten für die dringend notwendigen Schutzgebiete in den Weltmeeren vor. Die Meereskarten veranschaulichen, welche vierzig Prozent der Hochsee am raschesten unter Schutz gestellt werden müssen, um die Meeres-Artenvielfalt zu erhalten. Ziel des CBD ist es, das Artensterben bis 2010 "signifikant zu reduzieren". Greenpeace fordert, dafür ein weltweites Netzwerk von Meeres-Schutzgebieten einzurichten.

"Schutzgebiete sind das Schlüsselinstrument gegen den Verlust der Artenvielfalt", sagt Antje Helms, Meeresbiologin bei Greenpeace. "Unsere Karten liefern den Regierungen die nötige wissenschaftliche Grundlage, um Schutzgebiete möglichst schnell einzurichten. Passiert das nicht innerhalb der nächsten zwanzig Jahre, ist ein Großteil der Tier- und Pflanzenwelt für immer verloren."

Für Greenpeace hat der renommierte Meeresbiologe Prof. Callum Roberts von der Universität York in Großbritannien gemeinsam mit einem vierzigköpfigen Forscherteam einen wissenschaftlichen Vorschlag entwickelt, demzufolge Schutzgebiete außerhalb von nationalen Hoheitsgewässern am dringendsten notwendig sind. Die Hohe See gilt zwar als weltweites Gemeingut, trotzdem ist sie der am wenigsten regulierte, kontrollierte und geschützte Raum auf der Erde. Der vorgestellte Entwurf beinhaltet 29 separate Meeres-Schutzgebiete, die eine hohe Artenvielfalt aufweisen oder die durch menschliche Eingriffe - wie zerstörerische Fischereimethoden - besonders bedroht sind.

Callum Roberts: "Um die Artenvielfalt im Meer zu schützen, haben wir uns auch auf sehr sensible Lebensräume wie die Tiefsee fokussiert. Diese werden augenblicklich durch die Grundschleppnetz-Fischerei unwiederbringlich zerstört. Bis Meeres-Schutzgebiete eingerichtet sind, müssen die Vereinten Nationen die Fischerei mit Grundschleppnetzen auf Hoher See unbedingt verbieten."

Meeres-Schutzgebiete sind Gebiete, in denen jegliche industrielle Nutzung wie Fischerei, Öl- und Gasförderung sowie Sand- und Kies-Abbau verboten sind. Die Fischerei profitiert von Meeres-Schutzgebieten, weil sich in ihnen die überfischten Bestände wieder erholen können.

Während die CBD-Konferenz tagt, ist Greenpeace aktiv, um den Schutz der Artenvielfalt einzufordern: Unter dem Motto "SOS Weltmeer" ist das Greenpeace-Schiff "Esperanza" noch bis zum Februar 2007 unterwegs, um auf die vielfältigen Bedrohungen der Meere aufmerksam zu machen. Derzeit ist die "Esperanza" vor der Küste Westafrikas im Einsatz, um illegale Fischtrawler, so genannte "Piratenfischer", aufzuspüren und zu konfrontieren.

Den Report "Roadmap to recovery: A Global Network of Marine Reserves" erhalten Sie im englischen Original und in deutscher Zusammenfassung unter: www.greenpeace.at

Rückfragen & Kontakt:

AttilaCerman, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-3435354
Dipl.-Biol. Antje Helms, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-2148952

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001