Umweltdachverband zum Weltwassertag: Letzte Naturjuwele akut bedroht!

Wien (OTS) -

  • Nur 16 % der heimischen Fließgewässer erreichen guten Zustand
  • Kraftwerksprojekte bedrohen heimische Flussheiligtümer
  • Verlust der letzten unberührten Gletscherbäche droht
  • Gewässerschutzprogramm und Renaturierungsoffensive gefordert

"Der Zustand der heimischen Gewässer ist alles andere als berauschend. Nach der vor kurzem nach Brüssel gemeldeten Bestandsaufnahme sind nur 16% der heimischen Fließgewässer reif für den geforderten ,guten Zustand’ der EU-Wasserrahmenrichtlinie", warnt Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes, anlässlich des morgigen Weltwassertages 2006. "Unsere Bäche und Flüsse sind von E-Wirtschaft und Schutzwasserbau zerstückelt, amputiert und kanalisiert. Jetzt wäre es hoch an der Zeit, Pläne zur Verbesserung im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu schmieden -statt dessen nimmt jedoch der Druck auf die letzten natürlichen Flussabschnitte weiter zu", so Heilingbrunner. Akut bedroht werden die heimischen Fließgewässer derzeit durch die Ausbaupläne der E-Wirtschaft. Kraftwerksprojekte bedrohen die letzten verbliebenen natürlichen Fließgewässer und Flussabschnitte, etwa an Isel, Koppentraun und Mur. Dass dabei nicht einmal vor lang etablierten und europarechtlich verankerten Schutzgebieten halt gemacht wird, zeigt die Rücksichtslosigkeit, mit der die E-Wirtschaft vorgeht.

Verlust der letzten Gletscherbäche droht

Von den insgesamt 45 großen Gletscherbächen in den österreichischen Alpen blieben bisher nur 19 vor dem Zugriff der E-Wirtschaft verschont. Nach den Ausbauplänen der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) droht nun weiteren 10 Bächen das Versiegen. "Kein Wunder also, dass der Aufschrei der Bevölkerung beispielsweise aus dem Tiroler Gschnitz- oder Ötztal riesengroß ist", so Heilingbrunner. "Denn mit dem Verlust der unberührten Gletscherbäche droht auch das Aus für sanften Tourismus und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Alpentälern. Und das alles, damit die landeseigene TIWAG mehr Spitzenstrom ins Ausland verkaufen kann", hält Heilingbrunner den Tiroler Spitzenpolitikern vor Augen.

Einmal mehr fordert der Umweltdachverband daher den Schutz der noch verbliebenen natürlichen Bachläufe, Flüsse, Feuchtgebiete und Gletscher im Rahmen eines Nationalen Gewässerschutzprogramms sowie den Start einer Renaturierungsoffensive an den heimischen Flüssen. Hochwasserschutz mit der Natur und nicht gegen sie, Energiesparmaßnahmen und Effizienzsteigerung an bestehenden Kraftwerken statt Ausbauwahn der E-Wirtschaft sind dringlich angesagt! "Um den Schutz unserer Gewässer schaut es derzeit wirklich traurig aus", sagt Heilingbrunner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband - Dr. Gerhard Heilingbrunner
Präsident, Tel. 0664/38 18 462
Mag. Georg Raffeiner MSc, Projektleiter, Tel. 01/40 113-23
E-Mail: georg.raffeiner@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGN0001