ARBÖ-Wien: Mobilität sichern und Angebote für Pendler verbessern

Auf der 22. ARBÖ-Wien-Landeskonferenz wurde Präsident Dr. Rudolf Ertl wiedergewählt

Wien (OTS) - Um die besondere verkehrspolitische Bedeutung Wiens zwischen "alten und neuen" Ländern der Europäischen Union auch in Zukunft zu sichern, forderten die Delegierten der 22. ARBÖ-Wien-Landeskonferenz am Samstag, den 18. März 2006 die beschleunigte Umsetzung begonnener und projektierter Verkehrsvorhaben vor allem im Südraum Wiens und eine Verbesserung der Angebote für Pendler und Nahverkehrsreisende. Mit großer Mehrheit wurde ARBÖ-Wien Präsident Dr. Rudolf Ertl von den Delegierten wiedergewählt.

Konkret verlangt die ARBÖ-Landesorganisation Wien von der Bundesregierung eine Reparatur der verpfuschten Gesetzesreform für den Öffentlichen-Personennah-Verkehr (ÖPNV). Dieser darf nicht durch Abschiebung an die Länderagenden aus der Gesamtverantwortlichkeit gestellt werden. Überdies ist bei einer Reform bzw. Kompetenzverlagerung dafür zu sorgen, dass die neuen Träger des ÖPNV entsprechende Mittel zum Einsatz bringen (können).

Zudem fordert der ARBÖ Wien die Schaffung eines Verkehrsmanagements für die Bundesländer Wien-Niederösterreich-Burgenland. Dieses Management muss sowohl Regional- als auch grenzüberschreitende Verbindungen (Slowakei, Tschechien, Ungarn) in allen Verkehrsarten untersuchen, neu verknüpfen und steuern können sowie geeignete Informationssysteme für die Mobilität der Bevölkerung erarbeiten.

Was die konkreten Verkehrsmaßnahmen betrifft, sieht der ARBÖ Wien dringenden Handlungsbedarf vor allem im Südraum Wiens gegeben. Täglich wird die Südost-Tangente (A23) mit 211.000 Kraftfahrzeugen, in Spitzenzeiten sogar bis 230.000 Kfz belastet, obwohl sie eigentlich von der Planung her lediglich auf 50.000 Kraftfahrzeuge ausgerichtet ist.

Angesichts der täglichen Staus und stundenlangen Fahrten, die Pendler aus dem Süden Wiens und Ostösterreichs in Kauf nehmen müssen, fordert der ARBÖ Wien die raschest mögliche Planung bzw. Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • Schaffung einer Verbindungsspange zwischen Inzersdorf und der A23 Bereich Hansson-Kurve. Bei Sperre oder Bauarbeiten auf dem Bereich der Hochstraße Inzersdorf im Zuge der Südost-Tangente käme es zu einem Verkehrskollaps ohne gleichen. Außerdem würde diese Verbindungsspange zu einer massiven Entlastung bzw. Verkürzung der Fahrzeit für viele Menschen führen.
  • Auf der Südost-Tangente soll endlich die gesperrte Abfahrt Simmering geöffnet werden. Eine Verkehrsverbindung Richtung Osten, im Wesentlichen dem Verlauf der Ostbahn folgend, Richtung Zentralfriedhof/Simmeringer Hauptstraße bzw. Schwechat ist raschest zu realisieren.
  • Bestehende Planungen betreffend überschneidungsfreie Einmündungen von bzw. in die Südost-Tangente bei St. Marx/A4 sollen so rasch wie nur möglich umgesetzt werden.
  • Weiters fordert der ARBÖ Wien, dass eine Option für den Fall des weiteren Anstieges des Individualverkehrs für eine Verbindung von der S1/Rothneusiedl in Richtung Zentrum planerisch offen gehalten und bei Bedarf realisiert wird.
  • Ebenfalls planerisch als Verkehrsreserve offen zu halten ist eine Einfahrtsvariante zur Brünnerstraße (B7) im Norden Wiens.
  • Prüfung einer zusätzlichen Wiener Südaus/einfahrt (B16 - ehemalige Trasse der A 3/B15) zur Entlastung des Südraumes der Bundeshauptstadt: die derzeitigen Haupteinfallsstraßen A2 und B17 sind schon bei kleineren Sanierungen völlig überlastet

Zudem spricht sich der ARBÖ-Wien für eine rasche Verwirklichung des Regionenringes (Wien-Umfahrung im Zuge der S1), eine schnelle Realisierung der Donauquerungen, Planungsschritte für eine leistungsfähige Westein- und Ausfahrt mit möglichst langen kreuzungsfreien Etappen, eine ernsthafte Variantenprüfung einer Verbindung des Weinviertels und der Westautobahn (A1), sowie Park-und Ride-Maßnahmen im Umland Wiens (u.a. Klosterneuburg, Rothneusiedl) und die Verwirklichung des Schnellbahnringes auf Basis längst erstellter Konzepte, sowie attraktive Bahnverbindungen mit Prag, Brünn, Budapest und den Bau des CAT Schnellbahnsystems. von Wien-Schwechat zum Flughafen Bratislava aus.

Weniger Bürokratie beim Bike-Zubehör

Der ARBÖ-Wien fordert weniger Bürokratie beim Bike-Zubehör. Es gibt derzeit eine große Zahl von Anbauteilen und Zubehör, das den Komfort und die Sicherheit der Biker erhöhen kann. Alle diese Zubehörteile, die nicht serienmäßig sind, müssen derzeit dem Landeshauptmann bzw. einer Landesprüfstelle angezeigt werden.

Für die Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen ergeben sich dadurch unnötige Kosten und Wege, den Behörden erwachsen dadurch zusätzliche Belastungen. Daher fordert der ARBÖ-Wien den Katalog der 22a-KFG-Durchführungsverordnung um eine Reihe von Zubehörteilen zu erweitern und weitere Zubehörteile aus der Genehmigungspflicht heraus zu nehmen: Dazu zählen nach Ansicht des ARBÖ u.a. Griffe, Drehgriffe, Sturzbügel, Windschilder, Gepäckträger, Rückblickspiegel, Fußrasten oder Sitzbänke.

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