Gusenbauer: "SPÖ ist Anwalt des ländlichen Raums"

ÖVP hat Schließungswellen im ländlichen Raum zu verantworten

Tamsweg (SK) - "Die SPÖ ist der Anwalt des ländlichen Raums und sorgt dafür, dass die Regionen nicht unter die Räder kommen", betonte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Samstag anlässlich eines Pressefrühstücks, das im Rahmen der "Startklar"-Tour in den Bezirken Lungau und Murau stattfand. Klar sei weiters, dass die ÖVP die Schließungswellen im ländlichen Raum zu verantworten habe. In der Frage der Landwirtschaftsförderung gelte es, weg von der Großagrar-Förderung zu kommen und stattdessen kleine Strukturen wie etwa Berg- und Biobauern zu fördern, so der SPÖ-Vorsitzende. ****

Die Erhaltung der öffentlichen Infrastruktur am Land sei "wesentliche Aufgabe der öffentlichen Hand", machte Gusenbauer klar und verwies darauf, dass Postämter, Gendarmerieposten und Schulen das "Rückgrat der Wirtschaft am Land" seien. Die ÖVP habe hier viele Fehlleistungen zu verantworten und agiere "zentralistischer" als jede Regierungspartei zuvor, übte der SPÖ-Chef harsche Kritik. Die SPÖ sei als "Anwalt des ländlichen Raums" klar gegen "überbordenden Zentralismus" - das sei auch einer der Gründe für das gute Abschneiden der SPÖ bei den letzten Landtagswahlen, ergänzte der SPÖ-Vorsitzende.

Bezüglich der Landwirtschaftsförderung sei festzustellen, dass zwar immer mehr Geld in Agrarsubventionen gehe, dass es aber gleichzeitig immer weniger Bauern gebe, so Gusenbauer mit Verweis auf den Umstand, dass mehr als die Hälfte aller Förderungen nur von einem äußerst geringen Prozentanteil der Gehöfte lukriert werden. Die SPÖ plädiere für die Förderung kleiner Strukturen (kleine Bauern, Berg-und Biobauern), die eine nachhaltige, qualitätsbewusste Landwirtschaft betreiben, so Gusenbauer.

Gerade im ländlichen Raum gelte es, effektive Strategien für einzelne Regionen zu entwickeln, forderte Gusenbauer. Hier sei besonders die öffentliche Hand gefordert - auch im Hinblick auf sektorielle Unterstützung etwa für Maßnahmen zur Förderung des Tourismus. Weiters sei in die Qualität zu investieren, so Gusenbauer mit Verweis darauf, dass eine gute Ausbildung und Förderung der Mitarbeiter anzustreben sei.

Tag 108. der "Startklar"-Tour

Er habe während seiner nun schon 18 Monate dauernden "Startklar"-Tour durch alle Bezirksstädte Österreichs den Eindruck gewonnen, dass sich in den letzten sechs Jahren vieles zum Schlechteren verändert hat, und dass sich die Menschen von den Regierungsparteien nicht wirklich vertreten fühlten, zeigte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer auf. In zahlreichen Gesprächen, die er mit den BürgerInnen an ihrem Arbeitsplatz, in Schulen und Sozialreinrichtungen oder bei Freizeitaktivitäten geführt hat, sei er immer wieder mit den Sorgen, Ängsten und Nöten der Menschen konfrontiert worden. Vor allem die Sorgen um den Arbeitsplatz, um ein gerechtes Pensions- und ein funktionierendes Gesundheitssystem seien immer wieder angesprochen worden, verwies der SPÖ-Chef auf die drängendsten Probleme der Menschen. Er nehme sich genügend Zeit, um den Menschen zuzuhören und sich ihrer Sorgen anzunehmen, so Gusenbauer mit Blick darauf, dass die SPÖ eine soziale, faire und zukunftsorientierte Politik machen wolle, die für die Menschen arbeitet.

Weitere Programmpunkte des heutigen "Startklar"-Tages waren: Ein Besuch des COOP Shoppingcenters in Tamsweg und ein Gespräch mit SPÖ-und FSG-FunktionärInnen in Ramingstein. Es folgten ein Besuch der Brauerei Murau sowie eine Stadtführung zum Thema Holzarchitektur. Ein Besuch des Murauer Josefifests rundete das heutige "Startklar"-Programm ab. (Schluss) mb

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