Bauernbund übt heftige Kritik an AK-Studie zu Biotreibstoffen

Grillitsch lehnt gegenseitiges Ausspielen einzelner bioenergetischer Rohstoffe ab

Wien (AIZ) - "Die so genannte 'Studie' der Arbeiterkammer zum
Thema Biotreibstoffe ist an Polemik und Halbwahrheiten nicht mehr zu überbieten. Bezeichnend ist, dass die Studie von der TU München verfasst wurde, weil die AK offenbar in Österreich niemanden gefunden hat, der ihr solchen Unsinn bestätigt." Das sagte Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch zum heute präsentierten Papier der AK. "Das Ausspielen einzelner bioenergetischer Rohstoffe gegeneinander ist abzulehnen, insbesondere, wenn es aus leicht durchschaubaren, parteipolitischen Motiven passiert. Es ist bedauerlich, dass sich die angeblich überparteiliche Arbeiterkammer offensichtlich von der SPÖ in ihren klassenkämpferischen Wahlkampf einspannen lässt. Oder handelt es sich bei den Angriffen auf den Biodiesel nur um ein schlecht gelungenes Ablenkungsmanöver vom Thema ARBÖ?", so Grillitsch.

"Die AK lässt - ob bewusst oder unbewusst - in ihrer Betrachtung einiges außer Acht: Auch im Ausland produzierter Biodiesel ist ein Schritt in Richtung Entlastung der Agrarmärkte und in Richtung Ökologisierung. Ihrer Aufmerksamkeit dürfte auch die dramatische Entwicklung der Ölpreise entgangen sein. Darüber hinaus stammen die von der Arbeiterkammer zitierten Raps-Preise aus Deutschland, sind nicht aktuell und überdies aus dem Zusammenhang gerissen", kritisierte Grillitsch.

"Wenn sich die Arbeiterkammer jetzt plötzlich zum Vorreiter in Sachen Wärme und Strom aus Biomasse aufschwingt, dann segelt sie unter falscher Flagge. Denn genau diesen Punkt forciert der Bauernbund seit langem", so Grillitsch. In Österreich gab es 2005 einen Bedarf von 221.000 t Biodiesel, der bis 2008 auf rund 500.000 t wachsen wird. "Daher ist es wichtig, dass moderne Anlagen gebaut werden, wie jene in der Lobau oder im Ennshafen in Oberösterreich. All diese Anlagen bringen Investitionen und damit Arbeitsplätze im Land. Die bedeuten allerdings der AK offenbar nichts, wenn sie abfällig von 'gerade einmal 150 Arbeitsplätzen' spricht. Dem Bauernbund ist dagegen jeder einzelne, neu geschaffene Arbeitsplatz ein Anliegen", hielt der Präsident fest.

Zu dem von der AK unterstellten "Ökoschmäh" erteilte der Bauernbundpräsident eine kleine Mathematik-Nachhilfe: "Wenn von 100% eingesparten Emissionen rund die Hälfte durch den Energiebedarf für die Herstellung aufgefressen wird, bleiben trotzdem noch Einsparungen von 50%, die klimarelevant sind. Gott sei Dank müssen wir uns bei der Erreichung der Kyoto-Ziele nicht auf die AK verlassen, sonst stünden wir schlecht da."
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