Schwarzböck: Biotreibstoffe bringen mehr Unabhängigkeit und Klimaschutz

EU entwickelt sich intensiv in Richtung vermehrte Biomasse-Nutzung

Wien (AIZ) - "Wer angesichts der anhaltend hohen Erdölpreise, der immer unsicherer werdenden Versorgungslage mit fossiler Energie und den bereits überdeutlich zu Tage tretenden Folgen des Klimawandels noch immer gegen Biotreibstoffe polemisiert, hat offenbar die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Biotreibstoffe, und das beweisen alle seriösen Untersuchungen, sorgen für mehr Unabhängigkeit vom Erdöl und unterstützen Klimaschutzmaßnahmen, da sie wesentlich daran beteiligt sind, den CO2-Ausstoß zu verringern. Darüber hinaus schaffen sie Arbeitsplätze und bieten der Landwirtschaft neue Produktionsmöglichkeiten", erklärte heute der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Rudolf Schwarzböck, zur Kritik der AK an der Verwendung von Biotreibstoffen.

"Während kürzlich auf EU-Ebene der Biomasse-Aktionsplan um die EU-Strategie für Biokraftstoffe ergänzt und somit ein klares Ja zur Stärkung der biogenen Energie in Europa ausgesprochen worden ist, versuchen heimische Kritiker diese Strategie krank zu reden. Wer aber mehr für Umwelt, Arbeitsplätze, die Unabhängigkeit Österreichs, die Gesundheit der Konsumenten und die Zukunft der Landwirtschaft tun will, wird an der verstärkten Verwendung von Bio-Treibstoffen nicht vorbei können", hielt Schwarzböck fest.

"Österreich nimmt mit der frühzeitigen Umsetzung der EU-Beimischungsregelung EU-weit eine Vorreiterrolle ein. Wie richtig wir mit dieser Vorgangsweise liegen, beweist die Tatsache, dass nun auch Deutschland nach unserem Vorbild die EU-Richtlinie umsetzen wird", ergänzte der Präsident.

Vielfältige Biomasse-Nutzung

"Die Europäische Kommission hat ein neues Zeitalter der energetischen Nutzung von Biomasse eingeläutet. Sie fördert nun den Einsatz von Biomasse in drei großen Bereichen, nämlich zur Strom- und zur Wärmeerzeugung und als Treibstoff. Gleichzeitig macht der EU-Biomasse-Aktionsplan auf die positiven Effekte der Biomasse-Nutzung aufmerksam: Die Verwendung von Biomasse dient der CO2-Reduktion, der Versorgungssicherheit und hebt das Wertschöpfungspotenzial vorwiegend im ländlichen Raum. Diese Vorteile gibt es bei allen drei Nutzungs-Varianten in unterschiedlichem Ausmaß", erläuterte Schwarzböck.

Während Biokraftstoffe die höchste Beschäftigungsintensität und den größten Nutzen für die Versorgungssicherheit hätten, biete die Biomasse-Stromerzeugung spürbare Vorteile bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Biomassenutzung zur Wärmeerzeugung falle ökonomisch am kostengünstigsten aus. Die Nutzung von Biomasse müsse daher, wie auch die EU feststelle, in allen drei Sektoren gefördert werden.

Biotreibstoff in Österreich

"Ein wesentlicher umwelt- und energiepolitischer Schritt für Österreich ist die Beimischung beziehungsweise die reine Verwendung von Öko-Kraftstoffen. Dadurch senkt Österreich nicht nur seine Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen nachhaltig, es reduziert auch den Ausstoß von CO2 um rund 1 Mio. t pro Jahr. Darüber hinaus gibt die Erzeugung erneuerbarer Rohstoffe der Landwirtschaft einen kräftigen Impuls. Wenn im Jahr 2008 die Beimischungsregelung für Benzin in Österreich voll umgesetzt sein wird, also 5,75% Bioethanol beigemengt werden, brauchen wir 150.000 t Alkohol, die aus agrarischen Rohstoffen, wie Getreide und Zuckerrüben hergestellt werden. Große Chancen ergeben sich auch im Bereich Biodiesel, der zu fossilem Diesel beigemengt wird. Auch hier werden Raps-Anbauflächen in größerem Ausmaß benötigt", skizzierte Schwarzböck die Zukunftschancen.

Studie belegt positive Ökobilanz von Bioethanol

Die Ökobilanz von Bioethanol ist positiv, wie die CO2-Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) Heidelberg beweist. Diese Studie analysiert internationale Publikationen hinsichtlich wissenschaftlich nachvollziehbarer Aussagen über Biokraftstoffe und vergleicht sie miteinander. Alle Autoren der untersuchten Studien haben dabei für Bioethanol aus Weizen und Zuckerrübe eine im Vergleich zu fossilem Treibstoff günstigere Energie- und Treibhausgasbilanz ermittelt.

"Wenn Österreich nun auf Grund der Beimischungsverordnung stärker in die Produktion von Bio-Äthanol einsteigt, hilft es aktiv mit, das Kyoto-Ziel leichter zu erreichen und schafft zudem noch Arbeitsplätze im ohnehin strukturschwachen ländlichen Raum", gab Schwarzböck zu bedenken.
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