Niederwieser zu EU-Bildungsministerrat: Gehrer muss ihre Hausaufgaben machen

Kein Vertrauen in Gehrer

Wien (SK) - "Was vom informellen EU-Bildungsministerrat bleiben wird: Unverbindliche Papiere und keine echte Lösung der anstehenden Problemen. Positiv ist, dass Bildungsministerin Gehrer von der EU gezwungen wird, ihre Hausaufgaben im eigenen Land zu erledigen - etwa was den Qualifikationsrahmen und die Anerkennung von Abschlüssen betrifft", erklärte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Niederwieser betonte, dass in Österreich ein enormer Aufholbedarf herrscht, was die Anrechnung von Bildungsabschlüssen angeht. Dies betrifft etwa den Bereich Bachelor und damit Jahr für Jahr 20.000 Absolventen, die nach wie vor den Status von Maturanten haben. Ebenso betroffen sind die Fachhochschulabsolventen, auch hier gebe es immer noch keine entsprechende Anerkennung im Dienstrecht. Weiters würden die Studienzeiten an einer Pädagogischen Akademie immer noch nicht für eine Lehrerausbildung an der Universität anerkannt. Detto das Problem für HTL-Absolventen, die an einer Fachhochschule studieren wollen. "Besonders absurd dabei ist, dass es mit englischen und deutschen HTLs sehr wohl Vereinbarungen über die Anerkennung gibt, aber keine in Österreich", so Niederwieser, der betonte: "Was nützt es, wenn eine Ausbildung in der EU anerkannt wird, jedoch nicht in Österreich?"

Die SPÖ dränge seit Jahren auf eine Lösung der Probleme, die ÖVP verschleppe und verzögere diese aber immer wieder. "Nun will sich Gehrer beim informellen EU-Bildungsministerrat für etwas abfeiern lassen, das sie seit Jahren in Österreich verhindert", ärgert sich Niederwieser.

Der SPÖ-Bildungssprecher zeigte sich insgesamt enttäuscht über die Ergebnisse des Ministerrates. Es sei schön und gut, einen "Pakt für Bildung mit dem Balkan" zu schließen, noch schöner wäre es, auch ein "Paket für eine moderne Bildung in Österreich" zu schnüren.

Kein Vertrauen der ÖsterreicherInnen in Gehrer

Konkrete Maßnahmen hätte sich Niederwieser auch für eine Lösung der Zugangsbeschränkungen zu den Unis erwartet und weniger unverbindliche Aussagen zum wichtigen Thema Lebenslanges Lernen. Dass die Österreicherinnen und Österreicher kein Vertrauen in die Lösungskompetenz von Ministerin Gehrer haben, zeige im Übrigen auch der aktuelle Vertrauensindex: Gehrer liege an drittletzter Stelle, nur mehr HC Strache und Jörg Haider schneiden noch schlechter ab. (Schluss) cs

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