Greenpeace: Straßenbaumoratorium in Feinstaub-Sanierungsgebieten notwendig

Allein in Niederösterreich machen 250 Tonnen zusätzlicher Feinstaub Wirkung der Reduktionsmaßnahmen zunichte.

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace protestiert gegen die von Landeshauptmann Pröll forcierten Straßenbaupläne des Landes Niederösterreich. "Die Zunahme der Feinstaubemissionen durch neue Straßen wird die Wirkungen des Niederösterreichischen Anti-Feinstaub-Maßnahmenpakets mehr als zunichte machen", warnt Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof. Im Zentrum der Kritik stehen die Aus- bzw. Neubaupläne bei der Marchfeld-Schnellstraße, der Traisental-Schnellstraße, der Weinviertler-Schnellstraße, der Wien-Umfahrung sowie der geplanten Donauquerung bei Traismauer.

Laut Berechnungen von Greenpeace würde durch die geplanten Straßenbauvorhaben in Niederösterreich die Feinstaubbelastung um beinahe 250 Tonnen zunehmen. In Vergleich dazu: die Reduktion durch das niederösterreichische Maßnahmenpaket beträgt lediglich 40 Tonnen. Die Straßenbauten würden damit sechsmal mehr Feinstaub erzeugen als das niederösterreichische Maßnahmenpaket reduzieren soll. In ganz Österreich bewirken laut Greenpeace-Berechnungen die Maßnahmenpakete im Verkehrssektor eine Reduktion von nur 395 Tonnen. Allein die Straßenbauprojekte in Niederösterreich machen fast zwei Drittel davon wieder zunichte.

"Durch die Errichtung neuer Transitachsen quer durch Niederösterreich wird der Verkehr, insbesondere der internationale LKW-Verkehr drastisch zunehmen. Ein Anschlag auf die Gesundheit der Niederösterreicher", so Westerhof. "Die Pläne von Landeshauptmann Pröll zeigen, dass ihm die Gesundheit der Niederösterreicher offenbar weniger bedeutet als die Interessen der Frächter- und Straßenbaulobby."

Greenpeace verlangt ein Straßenbaumoratorium in den Feinstaub-Sanierungsgebieten. Hierzu gehören aufgrund der zahlreichen Grenzwertüberschreitungen große Teile Niederösterreichs. "In Gebieten, wo die Feinstaubbelastung jetzt schon viel zu hoch ist, sollen keine neuen Straßen gebaut werden dürfen. Außerdem soll auch die Wirkung von Straßenbauvorhaben auf die Feinstaubbelastung in anderen Gebieten geprüft werden. Wir fordern Umweltminister Josef Pröll auf, die Bevölkerung zu schützen, und eine weitere Verkehrszunahme zu stoppen. Als erstes soll er dazu die Straßenbau-Pläne seines Onkels Erwin Pröll unterbinden", so Westerhof abschließend.

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Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace, tel. 0664-2700441
DI Jurrien Westerhof, Verkehrsexperte Greenpeace, tel. 0664-6126701

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