Kagraner Spange: Neue Impulse für die Donaustadt

WIENER LINIEN und Stadt Wien bereiten im Zuge des U1-Ausbaus Boden für hochwertiges Stadtquartier auf

Wien (OTS) - Im Rahmen der Verlängerung der U-Bahnlinie U1 von Kagran nach Leopoldau ist eine hochqualitative Verwertung des ehemaligen Areals der LGV Frischgemüse Wien vorgesehen, das direkt an der in Bau befindlichen U1-Station "Kagraner Platz" liegt. Auf dem rund 27.000 m2 großen Projektgebiet soll ein auf moderne Lebensbedürfnisse ausgerichtetes Stadtquartier entstehen, das sich durch Wohnen mit hoher Lebensqualität, einen ausgewogenen Arbeitsplatzanteil, soziale Einrichtungen, Geschäfts- und Gastronomieflächen sowie attraktive Erholungs- und Freizeiteinrichtungen auszeichnet. Um eine optimale Basis für eine hochwertige Neugestaltung des Areals zu schaffen, wurden seitens der WIENER LINIEN - zusätzlich zum Erwerb der LGV-Gründe für den Ausbau der U1 - ergänzende Liegenschaften erworben.

Städtebaulicher Wettbewerb für multifunktionales Stadtquartier als Spange zwischen urbanem und durchgrüntem Wohngebiet

Das Projektareal ist Teil der Entwicklungsachse Wagramer Straße und befindet sich im Übergangsbereich des - an den alten Kagraner Ortskern anschließenden - Einzugsgebietes Kagran hin zum westlich gelegenen, durchgrünten Wohngebiet.

Zur Sicherstellung der angestrebten städtebaulichen und architektonischen Qualitäten und Individualität bei gleichzeitiger rücksichtvoller Einbindung in die gegebenen Bebauungsstrukturen führten die WIENER LINIEN - mit fachlicher Unterstützung und finanzieller Beteiligung der Stadt Wien (MA 21B) - im Frühjahr 2005 einen städtebaulichen Wettbewerb mit sechs geladenen Teilnehmern durch.

Die Aufgabenstellung des Wettbewerbes umfasste die Erarbeitung eines städtebaulichen Bebauungs- und Nutzungskonzeptes sowie die Gestaltung des öffentlichen Raumes. Für die Architekten bestand eine der größten Herausforderungen darin, ein Stadtviertel zu konzipieren, das einerseits Urbanität im Bereich der Wagramer Straße in Hinblick auf die zentrale Lage im Bezirk sowie die künftige direkte Anbindung an eine der Hauptachsen des Wiener U-Bahnnetzes gewährleistet und andererseits als "Spange" eine harmonische Verbindung zu den an das Areal anschließenden aufgelockerten Bebauungsstrukturen schafft.

Städtebauliche Signifikanz und wohnliche Intimität

Im Herbst 2005 wurden von einer Fachjury unter dem Vorsitz der Wiener Architektin Marta SCHREIECK aus den eingelangten Beiträgen die Entwürfe der Architekten Mag.arch. Sne VESELINOVIC und Prof. Dipl.-Ing. Rüdiger LAINER ausgewählt und zu einem gemeinsamen Leitprojekt herangezogen.

Das kontrastreiche und zugleich harmonische Zusammenspiel des von Mag.arch. Sne Veselinovic konzipierten prägnanten Baukörpers an der Wagramer Straße mit der daran anschließenden kleinteiligen, innovativen Wohnbebauung von Rüdiger Lainer+Partner (insgesamt ca. 40.000 m2 Bruttogeschoßfläche) gibt dem Stadtquartier eine eigene Identität und zeugt zugleich von einer Verwurzelung in der Umgebung.

Vielfältige Nutzungsoptionen durch flexible Konzeption

Der dynamisch gegliederte Baukörper entlang der Wagramer Straße ist signifikanter Orientierungspunkt und bildet zugleich eine "Spange" zwischen urbanem Bereich und Wohnen im Grünen: Mit den vorgelagerten Stadthäusern wird mit diesem markanten baulichen Element eine klare städtische Bebauungskante zum betriebsamen Straßenraum geschaffen. Durch seine signifikante Auskragung Richtung U-Bahnstation ist er sowohl einladendes Portal als auch Abschirmung des neuen Stadtquartiers.

Im Erdgeschoß dieses multifunktionalen Baukörpers entsteht straßenseitig zwischen Hauptbaukörper und den vorgelagerten Stadthäusern - durch die Abfolge von Passagen und Höfen - eine belebte Zone mit Geschäften (u.a. zur Nahversorgung), Lokalen, Kultureinrichtungen, öffentlichen Einrichtungen (u.a. Kindergarten, Hort) und Sonderwohnformen (z.B. Studenten- bzw. Pensionistenheim). Die Obergeschosse sind für die flexible Nutzung als Büros bzw. Wohnungen konzipiert.

Die westlich der Spange angesiedelten gestapelten Patiohäuser mit einfamilienhausähnlicher Wohnqualität bereichern ebenso wie die dazwischen liegenden Stadthäuser mit 6-8 Geschossen die Vielfalt der angebotenen Wohnformen. Die Wohneinheiten der Patiohäuser sind je nach Lebensentwurf und -zyklus flexibel gestaltbar: Sie ermöglichen die Integration von Wohnen und Arbeiten. Zudem können autonome Einliegerwohnungen eingerichtet werden, sodass sowohl Mehrgenerationenwohnen als auch ein Wohnungszuschnitt je nach aktueller Familienentwicklung (z.B. Patchwork-Familie) realisierbar sind.

Für jede Generation sozial attraktive Lebensräume

Plätze zur vielseitigen gemeinschaftliche Nutzung sind eine Art Fortführung des Angerprinzips des Kagraner Ortskerns und dienen dazu, ein lebendiges, räumlich und sozial attraktives Stadtquartier zu schaffen. Ein differenziertes Raum- und (Rad-)Wegenetz, Flanierzonen, Patios/Höfe, Pergolen, durchgrünte Wohnumgebung, Spiel- sowie Sportplätze sind Orte der Begegnung, die ein kommunikatives und angenehmes Zusammenleben der verschiedenen Generationen fördern sollen. Eine parkähnlich ausgestaltete Grünzone dient als Puffer zur umgebenden Bebauung.

Dipl.-Ing. Günter Steinbauer / Vorsitzender der Geschäftsführung WIENER LINIEN:

"Die WIENER LINIEN nutzen im Zuge des U-Bahn-Ausbaus das Potenzial der in ihrem Besitz befindlichen Liegenschaften. Durch ihre Lage an den neu entstehenden U-Bahntrassen erfahren diese eine signifikante Wertsteigerung und werden durch strategisches Immobilienmanagement weiterentwickelt. Ziel ist eine höchstmögliche Wertschöpfung bei der Verwertung von Grundstücken im Nahbereich der U-Bahn-Linien. Städtebauliche, architektonische und vor allem auch soziale Qualität haben dabei - wie das Projekt "Kagraner Spange" zeigt - oberste Priorität."

Wettbewerbsausstellung im Donauzentrum vom 20. März bis 1. April 2006

Öffnungszeiten: MO-MI von 06.00-21.00 Uhr, DO von 06.00-22.00 Uhr, SA von 06.00-20.00 Uhr, SO geschlossen
Informationsmöglichkeit bei fachlicher Betreuung: MO-FR: 14.00- 18.00 Uhr

Im Sinne einer umfangreichen Information der Bevölkerung werden die Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens vom 20. März bis 1. April 2006 im Atrium des Donauzentrums frei zugänglich ausgestellt.

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