AK: Energie-Marktöffnung hat den Haushaltskunden nichts gebracht

Wien (OTS) - Als "zu wenig kritisch" beurteilt die AK den heute, Mittwoch, vorgelegten Bericht der E-Control über die Liberalisierung am Strommarkt. Nur mehr Liberalisierung einzufordern, ist zu wenig. Wie die AK schon wiederholt aufgezeigt hat, sind seit der Liberalisierung die Preise für die Haushalte überdurchschnittlich gestiegen: Die Konsumenten spüren somit kaum etwas von billigeren Preisen. "Es muss für Konsumenten zu Qualitätssteigerungen, mehr Transparenz und vor allem zu spürbaren Preissenkungen kommen", sagt AK Energieexpertin Gunda Kirchner. Haushalte zahlen inzwischen um die Hälfte mehr als die Industrie. Preissenkungen auf den Energieeinkaufsmärkten sowie bei den Netzen müssen daher sofort an die Konsumenten weitergegeben werden, fordert die AK.

Der Bericht der E-Control stellt - wie bereits im Vorjahr - fest, dass es mehr Wettbewerb im Energiesektor geben müsse.

Seit dem Jahr 2000 sind in Österreich die Preise für Energie für die Haushalte um insgesamt 15 Prozent gestiegen, der Verbraucherindex stieg im gleichen Zeitraum nur um zehn Prozent. Haushalte zahlen inzwischen um 50 Prozent mehr als die Industrie beim Kilowattstundenpreis-Verbrauch. Energiepreise steigen laufend, die Konzentration auf den europäischen Energiemärkten nimmt zu, die Energieproduzenten vermelden einen Gewinn nach dem anderen. Und gleichzeitig sprechen die Versorger von einer gefährdeten Versorgungssicherheit, da die Investitionen zurückgehen. "Die Liberalisierung darf nicht zu einem solchen Ungleichgewicht führen", sagt Kirchner. "Gewinne müssen auch wieder reinvestiert werden in Netzausbau und zusätzliche Kapazitäten."

"Wir haben keine nationale Energiepolitik", sagt Kirchner, "eine langfristige Grundausrichtung ist anzustreben, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten." Daher fordert die AK eine Gesamtstrategie ein: Die Versorgungssicherheit für Konsumenten muss gesichert bleiben, gegen den steigenden Verbrauch müssen Energie sparende Maßnahmen wie Förderung von Wärmedämmung und Fernwärme gesetzt werden.

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