Tumpel zu EU-Bildungsministertreffen: Regierung muss mehr für ÖsterreicherInnen tun

Durch Kürzungen im EU-Budget drohen um zwei Drittel weniger geförderte Lehrgänge für Hauptschulabschluss und Berufsreifeprüfung

Wien (OTS) - "Bei Bildung und Ausbildung muss die Bundesregierung
in der EU mehr für die Österreicherinnen und Österreicher tun", sagt AK Präsident Herbert Tumpel: "Die Bildungsministerin freut sich vor dem EU-Bildungsministertreffen über einen noch völlig offenen EU-Qualifikationsrahmen, lässt aber zu, dass aus Brüssel weniger Förderung für die Bildung der Österreicherinnen und Österreicher kommt." Aus dem Europäischen Sozialfonds soll ab 2007 mit ausdrücklicher Zustimmung der österreichischen Bundesregierung um bis zur Hälfte weniger Geld nach Österreich fließen als bisher - im Bildungsbereich wird es dadurch in Österreich um zwei Drittel weniger geförderte Lehrgänge für das Nachholen des Hauptschulabschlusses und die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung geben. "Und das, wo Österreich bei den wichtigsten Kennziffern für Bildung schon jetzt den Anschluss an die besten EU-Länder verloren hat", kritisiert Tumpel. Der AK Präsident fordert: Die Bundesregierung muss sich in der EU für höhere Bildungsförderung gerade auch für ÖsterreicherInnen einsetzen und in Österreich endlich Maßnahmen für mehr Bil-dungschancen setzen.

Ein dramatischer Einbruch bei der Förderung für das Nachholen des Hauptschulabschlusses und die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung - und damit weniger Bildungschancen für die ÖsterreicherInnen: Das droht ab 2007, weil die Mittel des Europäischen Sozialfonds für Österreich um bis zur Hälfte gekürzt werden - mit ausdrücklicher Zustimmung der österreichischen Bundesregierung. Aus dem Europäischen Sozialfonds gab es zwischen 2000 und 2006 insgesamt 68,7 Millionen Euro zur ergänzenden Finanzierung von Bildungsmaßnahmen. Und sollte ab 2007 die Ergänzung wegfallen, droht auch der Rückzug weiterer Förderer. Deshalb befürchten die AK ExpertInnen um zwei Drittel weniger geförderte Lehrgänge.

"Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Geld für bessere Bildungschancen in Österreich", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "bei den wichtigsten Kennziffern für Bildung hat Österreich schon jetzt den Anschluss an die besten in Europa verloren." In Österreich steigt der Anteil der Jugendlichen, die nur schlecht lesen können (von 14,6 Prozent im Jahr 2000 auf 20,7 Prozent im Jahr 2003). Der Anteil der 20 bis 24-Jährigen mit Lehrabschluss, einem Fachschulabschluss oder mit Matura liegt bei 86,3 Prozent - in Norwegen, der Slowakei, Tschechien oder Kroatien aber bei 90 Prozent. Und pro 1.000 EinwohnerInnen haben in Österreich rechnerisch nur 8,3 20 bis 29-Jährige einen technischen oder naturwissenschaftlichen Hochschulbschluss - in Frankreich etwa sind es 171 oder in Großbritannien 155.

Die Bundesregierung muss sich in der EU für höhere Bildungsförderung gerade auch für ÖsterreicherInnen einsetzen, verlangt Tumpel. Längst überfällig sind grundlegende Bildungsreformen - von der Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahrs über ein Recht auf individuelle Förderung in der Schule bis hin zu einer gemeinsamen Schule aller 10 bis 14-Jährigen. Außerdem verlangt Tumpel Maßnahmen für mehr Lehrstellen und den Ausbau der berufsbildenden Schulen vor allem in zukunftsweisenden Berufen. Für die Unis fordert Tumpel von der Regierung mehr Geld zur Verbesserung der Studienbedingungen. Außerdem müssen die Fachhochschulen ausgebaut werden.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002