Wiener Auszeichnungen für drei herausragende Künstler

Wien (OTS) - "Drei herausragende Künstler, die Wiens Kulturleben ganz wesentlich geprägt haben", wurden heute, Mittwoch, von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny ausgezeichnet:
Kammerschauspieler Achim Benning, Burgtheaterdirektor i. R., erhielt das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien", Komponist Kurt Schwertsik das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" und Burgtheaterschauspieler Peter Simonischek das "Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien".****

Achim Benning habe ein Jahrzehnt lang mit dem Burgtheater die bedeutendste Bühne im deutschen Sprachraum geleitet und bleibende Aufführungen hinterlassen, so Mailath-Pokorny. Und weiter: Kurt Schwertsik sei einer der wichtigsten Komponisten Österreichs, der nicht nur Erfahrung und Wissen an seine Studierenden weitergibt, sondern auch seinen tiefsinnigen Humor. Peter Simonischek sei einer der gefragtesten Schauspieler des Landes und garantiert gleichzeitig höchstes Niveau.

Unter Achim Benning wurde das Burgtheater ein lebendiges, ernsthaftes, politisches Theater, führte Laudatorin Kammerschauspielerin Erika Pluhar aus: "Achim Benning gab dem Burgtheater einen neuen Atem. Er holte wesentliche Regisseure und Schauspieler nach Wien und schuf exemplarische Aufführungen." Weiters würdigte sie Achim Bennings als "hellwachen Zeitzeugen und klugen Beobachter des politischen Geschehens".

In Kurt Schwertsiks Kompositionen spiegelten sich sein hintergründiges Charisma, sein verschmitztes Lachen, seine Grandezza und seine Ironie, mit der er den Widerwärtigkeiten des Lebens begegnet, so Christian Scheib, Musikwissenschafter und Ö1-Redakteur.

Obwohl zwanzig Jahre einer der bedeutendsten Protagonisten der Berliner Schaubühne, war Peter Simonischek durch seine Seelenverwandtschaft mit Nestroy, Schnitzler und Hofmannsthal stets mit Wien verbunden, betonte Theaterkritikerin Karin Kathrein. Heute könnten wir in Wien seine hohe Schauspielkunst bewundern: "Peter Simonischek kann Lachstürme auslösen, zum Schmunzeln bringen, faszinieren und erschüttern".

Biographie Achim Benning

Achim Benning, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor, wurde 1935 in Magdeburg geboren. 1959 wurde er ans Burgtheater engagiert, wo er u. a. den Orest in Sophokles' "Elektra", Lwow in Tschechows "Iwanow" und Warwick in Shaws "Die heilige Johanna" verkörperte. Ab 1971 war er als Regisseur und von 1976 bis 1986 war Benning Direktor des Wiener Burgtheaters. Er engagierte sich in dieser Funktion und auch als Regisseur für die Öffnung des Burgtheaters zum deutschen Regietheater, indem er mit Gastregisseuren wie Dieter Dorn, Adolf Dresen, Hans Neuenfels oder Peter Palitzsch zusammenarbeitete. Von 1989 bis 1992 war Benning Direktor des Zürcher Schauspielhauses; danach wieder Schauspieler und Regisseur am Burgtheater. Achim Benning, der auch Ehrenmitglied des Burgtheaters ist, bekam die Kainz-Medaille 1981 für die Inszenierung von Gorkis "Sommergäste".

Biographie Kurt Schwertsik

Kurt Schwertsik wurde 1935 in Wien geboren. An der Wiener Musikhochschule studierte er von 1949 bis 1957 Horn und Komposition. Von 1955 bis 1959 und von 1962 bis 1968 war er als Hornist im Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester und von 1968 bis 1989 bei den Wiener Symphonikern tätig. 1979 bis 1988 war Schwertsik Lehrbeauftragter für Komposition am Konservatorium der Stadt Wien, ab 1989 unterrichtete er Komposition an der Hochschule für Musik in Wien. 1958 gründete Schwertsik zusammen mit Friedrich Cerha das Ensemble "die reihe", das bis heute eines der führenden österreichischen Ensembles für Neue Musik ist. Zehn Jahre später entsteht gemeinsam mit Heinz Karl Gruber und Otto M. Zykan ein weiteres Ensemble, das "MOB art & tone ART". Das kompositorische Werk Kurt Schwertsiks erstreckt sich auf nahezu alle musikalischen Gattungen mit besonderem Schwerpunkt auf Vokalmusik. Darunter befinden sich zahlreiche äußerst humorvolle Kompositionen für seine Gattin, die Chansonsängerin Christa Schwertsik.

Biographie Peter Simonischek

Peter Simonischek, Schauspieler, wurde 1946 in Graz geboren. Seine ersten Bühnenauftritte hatte er in Graz und am Stadttheater St. Gallen, weitere Stationen waren Bern, Darmstadt und das Schauspielhaus Düsseldorf. Von 1979 bis 1999 gehörte Simonischek zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Geprägt wurde er in dieser Zeit durch Regisseure wie Peter Stein, Luc Bondy oder Klaus Michael Grüber. 1999 wechselte er ans Burgtheater. Seine wichtigsten Rollen waren u. a. der gegen den Tod ansingenden Vater in "Die Zeit der Plancks", die Titelrolle in Ibsens "John Gabriel Borkmann", der Thomas Hudetz in Horváths "Der jüngste Tag". Derzeit ist er in der Rolle des Martin in Albees "Die Ziege oder Wer ist Sylvia?" und des Herrn von Goldfuchs in Nestroys "Zu ebener und erster Stock" zu bewundern. Seit 2002 ist Simonischek der Salzburger "Jedermann". Peter Simonischek war auch in vielen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen, u. a. als Hermann Gebirtig in "Gebürtig" nach dem Roman von Robert Schindel (2002). Ausgezeichnet wurde Peter Simonischek u. a. mit dem deutschen Kritikerpreis für Theater (1989), mit dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark" (2003) und von der ORF-Hörspiel-Jury im Jahre 2004 zum "Schauspieler des Jahres 2003.

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