Maier fordert eigenes Unterrichtsfach Verbraucherbildung an Schulen

Weltverbrauchertag 2006: Kaufsucht und Privatkonkurse auf Rekordhoch

Wien (SK) - Anlässlich des Konsumententages 2006 forderte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier die verpflichtende Einführung eines eigenen Unterrichtsfaches für Verbraucherbildung und -erziehung an Österreichs Schulen. Auch der Vertreter der Bundeswirtschaftskammer teilt diese Auffassung. Wie Maier Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst bekräftigte, würden die Defizite in der Konsum- und Wirtschaftskompetenz immer dramatischere soziale wie auch gesamtwirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. "Die Kaufsucht und Verschuldung bei Jugendlichen ist ein ernstes Problem geworden, das leider bisher von der für Bildung zuständigen Ministerin Gehrer negiert wird, kritisierte der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher. In interministeriellen Treffen sei Ministerin Gehrer "die personifizierte Bremse in dieser Frage. Was sie nicht sehen will, soll auch nicht existieren", übte Maier scharfe Kritik an deren Verweigerungshaltung. ****

Die Zahl der von Kaufsucht betroffenen Österreicherinnen und Österreicher stieg in den vergangenen Jahren dramatisch an. Wie eine Studie der Arbeiterkammer ergab, sei jede zweite (!) junge Frau zwischen 14 und 24 Jahren kaufsuchtgefährdet. Bei den Männern dieser Altersklasse seien immerhin 38 Prozent betroffen. "Neben dem dringend notwendigen Ausbau der österreichischen Schuldnerberatungsstellen ist Prävention das Gebot der Stunde", betonte Maier.

Laut einer Anfragebeantwortung vom Februar 2006 sieht das Bildungsministerium keinen Bedarf für ein eigenes Unterrichtsfach, sondern will das Prinzip der "fächerübergreifenden Unterrichtsmethode" beibehalten. Dies ist eine Verkennung der Situation, da Verbrauchererziehung damit dem persönlichen Engagement einzelner Lehrer überlassen bleibt. Was die Ministerin jedoch übersehe, sei, dass Schüler und Schülerinnen tatsächlich große Defizite in der Konsum- und Wirtschaftskompetenz hätten, was gravierende persönliche aber auch gesamtwirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. "Dies lässt sich letztendlich an den immer schneller steigenden Verschuldungszahlen und Privatkonkursen ablesen. "Ich fordere daher das Bildungsministerium und allen voran die Bildungsministerin auf, im Interesse der österreichischen Schüler und Schülerinnen, die Einführung eines eigenen Unterrichtsgegenstandes umgehend einzuleiten", so Maier abschließend. (Schluss) ns/mp

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