Niederwieser zu Bildungsministerrat: Nationale Hürden bei Bildungsabschlüssen überwinden

Bildungskosten: OECD-Studie belegt notwendigen bildungspolitischen Kurswechsel

Wien (SK) - "Auch die Opposition will, dass Österreichs Vertretung in Europa einen guten Job macht, und die Themen des informellen Rates der BildungsministerInnen sind zwar nicht der große 'Reißer', aber durchaus wichtig." - so kommentierte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser die Themen der Bildungsministerkonferenz in den kommenden Tagen. Beim Europäischen Qualifikationsrahmen geht es um einen neuerlichen Anlauf, die nationalen Hürden bei den Bildungsabschlüssen und Berufsberechtigungen zu überwinden. Für Niederwieser "ein aussichtsloses Unterfangen, solange nicht nur jeder Staat, sondern auch noch jedes Bundesland und jede einzelne Schule oder Uni ihre eigene Suppe kocht. Lehrplanautonomie ohne festgelegte Standards und Gleichwertigkeit der Bildungsabschlüsse gehen nicht zusammen", so der SPÖ-Bildungssprecher am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Um beim Thema Anrechnung von Bildungsabschlüssen in Europa auch glaubwürdig zu sein, müsse Österreich freilich aber auch seine Hausaufgaben im Inland machen. "Der Bachelor als neuer Studienabschluss ist sowohl als FH-Abschluss als auch als Uni-Abschluss dienstrechtlich noch immer nicht anerkannt. Deshalb muss der nationale Qualifikationsrahmen angepasst werden. Es geht nicht an, dass man solche akademischen Abschlüsse wie die Matura behandelt", so Niederwieser.

Für Niederwieser stehen in der europäischen Bildungspolitik auch andere Themen an, die zumindest angesprochen gehören, wie etwa seriöse Kostenvergleiche für die Bildungsabschlüsse in den EU- und OECD-Ländern "statt des Rituals einer jährlichen Veröffentlichung von OECD- Vergleichszahlen, denen die Dementis auf dem Fuß folgen". Weiters ein europäisches Stipendiensystem oder eine Art Pensionsaugleichsfonds für den Austausch von Lehrenden und Forschern/innen.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Veröffentlichungen von OECD-Kostenvergleichen zwischen den USA, Europa und Japan verweist Niederwieser einmal mehr auf die "horrenden Kosten für die ideologischen Scheuklappen der Frau Ministerin Gehrer". Bei den Ausgaben je Schüler/in für die Sekundarstufe 1 liegt Österreich nicht hinter den USA und Japan, sondern hat die höchsten Aufwendungen aller Länder überhaupt. Die Ergebnisse sind dagegen nur Mittelmaß, und auch die Lehrerinnen und Lehrer verdienen nur im Durchschnitt. "Die Ursache für diese horrenden Kosten sind das Parallelsystem von Hauptschule und AHS-Unterstufe. Dazu kommt, dass die Trennung mit dem 10. Lebensjahr auch ungleiche Bildungschancen verstärkt. Das haben uns OECD, EU und PISA seit Jahren schwarz auf weiß nachgewiesen, aber auf diesem Ohr ist die ÖVP einfach taub! Es ist Zeit für einen Kurswechsel", so der SP-Bildungssprecher abschließend. (Schluss) ah

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