Sicherheit von Klein auf!

Kinderhochstühle sind bei Eltern sehr beliebt. Das KfV mahnt Eltern zur Vorsicht und fordert eine verbindliche Norm für alle Kinderhochstühle.

Wien (OTS) - Viele Eltern kennen diese Situation: Das Essen kocht über, das Telefon klingelt und zu allem Überfluss quengelt das Kind. Nur zu verständlich, dass stressgeplagt Erziehungsberechtigte im Kinderhochstuhl eine Möglichkeit sehen, ihren Nachwuchs auf sichere Art und Weise unterzubringen und von Gefahrenquellen wie Besteck und heißem Essen fern zu halten. Zudem leisten Hochstühle für Kinder Hilfestellung beim Füttern, weil das Kleine nicht dauernd am Schoß gehalten werden muss. Die Zahlen der Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) belegen jedoch, dass die vermeintliche Sicherheit von Hochstühlen trügt.

Gefahrenquellen

"Kinderhochstühle sind eine sinnvolle Einrichtung - sofern sie richtig eingesetzt werden", meint der Leiter des Bereichs Heim, Freizeit und Sport im KfV, Dr. Rupert Kisser. Der sorglose Umgang mit Hochstühlen für Kinder scheint auch Hauptursache für Verletzungen zu sein. Hier gibt es enormen Informationsbedarf. Denn in den vergangenen Jahren mussten in Österreich jedes Jahr zwischen 300 und 400 Kleinkinder unter fünf Jahren nach einem Sturz aus dem Kinderhochstuhl im Krankenhaus versorgt werden. Und es trifft fast immer die ganz Kleinen: 92 Prozent der Verletzten sind unter drei Jahre alt. Drei Viertel (74%) der kleinen Patienten mussten aufgrund von Kopfverletzungen behandelt werden. Die meisten erlitten eine Gehirnerschütterung (59%), gefolgt von offenen Wunden, Prellungen, bis hin zu Schädelbrüchen. Die Unfallabläufe weisen große Ähnlichkeiten auf. Häufig versuchen die Kleinen den Hochstuhl zu verlassen, schlüpfen durch den Gurt, setzen sich auf die Lehne und fallen hinunter. Gefährlich wird es auch, wenn der Nachwuchs versucht, sich mit den Füßen vom Tischrand abzustoßen - mit der Folge, dass der Stuhl samt Kind umfällt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Bewegungsdrang der Kleinen, die gerne versuchen, vom Hochstuhl aus die Tischplatte zu erklimmen. Sie verlieren das Gleichgewicht und stürzen ab. Auch der Hochstuhl selbst ist ein begehrtes und gefährliches Kletterziel für Kleinkinder.

Nur zum Essen im Hochstuhl!

"Unfälle mit den Kinderhochstuhl passieren in Sekundenschnelle", sagt Kisser "Deshalb ist es ganz wichtig, die Kinder nie unbeaufsichtigt zu lassen." Grundsätzlich sind Kinderhochstühle nicht für einen längeren Aufenthalt gedacht. Kinder brauchen viel Bewegung und werden nach kurzer Zeit unruhig. Es liegt auf der Hand, dass das Bedürfnis der Kleinen, dem Stuhl zu entkommen steigt, je länger sie dort sitzen müssen. Der Hochstuhl soll deshalb ausschließlich beim Essen benutzt werden.

Verbindliche Norm bringt zusätzliche Sicherheit

"Wir wollen, dass die Hersteller ihre Produkte so sicher wie möglich machen. Deshalb fordern wir eine verbindliche Norm für alle Kinderhochstühle", sagt Kisser. Laut KfV müssen folgende Punkte in die Norm aufgenommen werden:
-Stabilität: Kippsicherheit durch einen stabilen Stand. -Konstruktion: Das Kind muss bequem im Hochstuhl sitzen, den Rücken anstützten, Arme auflehnen und in jedem Alter die Beine aufstellen können.
-Haltesystem: Der Hochstuhl muss so gestaltet sein, dass ein Herausgleiten des Kindes nach vorne verhindert wird. Am besten ist diese Anforderung durch einen Schrittgurt, durch ein waagrechtes Haltesystem und durch ein integriertes Geschirr gewährleistet. -Seitenschutz: Der Hochstuhl muss mit Armlehnen oder einem anderen Seitenschutz versehen werden. Ebenso muss er mit einer Rückenlehne ausgestattet sein.
-Einzelne Teile: Es dürfen keine zugängliche Scher-, Quetsch- und Klemmstellen durch dreh- oder klappbare Rahmenteile oder andere Bauteile vorhanden sein. Abnehmbare Kleinteile dürfen nicht verschluckbar sein.

Sowohl auf der Packung, als auch dem Stuhl selbst sollte der Warnhinweis "Lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt im Hochstuhl" angebracht sein. Eine Herkunftsbezeichnung des Herstellers weist auf Seriosität hin und gibt dem Käufer die Möglichkeit, eventuell beschädigtes Material nachzubestellen. "Selbst wenn alle Sicherheitshinweise beachtet werden" betont Kisser abschließend "von der Beaufsichtigungspflicht ist niemand entbunden, weil es den absolut sichereren Hochstuhl nicht gibt."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: kerstin.gardill@kfv.at
www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001