Greenpeace: Illegaler Genversuch in brasilianischem Nationalpark entdeckt

Schweizer Gentechnikkonzern Syngenta verantwortlich.

Wien (OTS) - Wien/Curitiba - "Der Schweizer Gentechnikkonzern Syngenta führt im geschützten Umfeld des Brasilianischen Nationalparks von Iguacu illegale Gentechnikversuche durch", schlägt Bernhard Obermayr vom Wiener Greenpeace-Büro Alarm. Obermayr nimmt derzeit an der im brasilianischen Curitiba stattfindenden UN-Konferenz zur Biologischen Sicherheit teil. Bei dieser Konferenz verhandeln 132 Staaten über den Handel mit gentechnisch veränderten Organismen.

Nachdem die Bauernorganisation Via Campesina den Skandal aufgedeckt hatte, wurde das Areal von rund Tausend Bauern besetzt. Iguacu ist bekannt für die größten Wasserfälle der Welt, die von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden.

Entsprechend den Brasilianischen Gesetzen ist die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen in einer derartigen Nähe zu einem Nationalpark striktest verboten. "Dieses Umweltverbrechen von Syngenta verursacht einen nicht abschätzbaren und irreversiblen Schaden für die Biodiversität in der Region. Dieses unverantwortliche Experiment muss sofort gestoppt werden", fordert Mariana Paoli von Greenpeace Brasilien. Die zuständigen Behörden haben sofort das entsprechende Feld untersucht und die Illegalität bestätigt.

Greenpeace fordert die Brasilianische Regierung auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen. "Die Brasilianischen Behörden müssen raschest reagieren, um die Gefährdung für den Nationalpark durch illegale Genpflanzen zu stoppen. Darüber hinaus sollte eine exemplarische Strafe über Syngenta verhängt werden, die der Schwere des Verbrechens gerecht wird", so Paoli.

Dieser Fall ist nicht nur durch die Nähe zum einzigartigen Nationalpark von Iguacua von größter Bedeutung sondern gewinnt durch die Konferenz über Biologische Sicherheit in Curitiba besondere Brisanz. Hauptverhandlungspunkt ist bei dieser Konferenz die rechtlich verbindliche Kennzeichnung von Gentechnikexporten. Während die überwältigende Mehrheit aller Länder eine eindeutige Kennzeichnung will, sperrt sich die Gentechnikindustrie, unterstützt von Ländern wie Neuseeland und Mexiko dagegen. "Der Vorfall von Iguacua zeigt deutlich, wie notwendig eine starke Kontrolle der Gentechnikindustrie ist. Dieser Vorfall sollte für alle Delegierten ein Auftrag für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen im Sinne der Umwelt sein", schließt Obermayr.

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Bernhard Obermayr, Greenpeace CEE, derzeit vor Ort in Curitiba, +43-664-4904986

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