Gehrer und die Elite-Uni: 'Pfusch in Progress'

Gesetzesvorschlag muss schon wieder umgeschrieben werden

Wien (SK) - "Was Ministerin Gehrer in Sachen Gugging-Uni aufführt, ist schlicht und einfach 'Pfusch in Progress'". Selten ist eine Ministerin so ahnungslos an eine Sache herangegangen", bekräftigte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal heute seine Kritik. "Zuerst muss sie in der 'Kleinen Zeitung' zugeben, sich vor Ende Jänner überhaupt nie das Projekt 'Elite-Uni' angeschaut zu haben; jetzt werfen ihr die drei internationalen Experten den ganzen Organisationsplan zurück. Harari und die zwei anderen Wissenschafter fordern völlig zu recht, dass das Kuratorium mehrheitlich von Wissenschaftern besetzt werden soll und nicht von Vertretern Gehrers und Landeshauptmann Prölls. Damit ist der Initiativantrag der vorletzten Woche nur noch Altpapier", so Broukal am Mittwoch. ****

Bundesrat wird Wissenschaftern die Zeit zum Nachdenken geben

"Wenn schon die erste grobe Sichtung einen solchen Geburtsfehler aufzeigt - wieviel Unausgegorenes wird erst die Detailprüfung durch Harari, Kübler und Markl an den Tag bringen?", so Broukal. Die ÖVP sei offensichtlich fest entschlossen, den unfertigen Gesetzesvorschlag nächsten Dienstag durch den Wissenschaftsausschuss des Nationalrates zu treiben - "schließlich soll es ja im Herbst noch schöne Wahlkampffotos vom Baubeginn in Gugging geben". Der Bundesrat werde sich die Sache aber nicht so einfach machen, sondern sorgfältig abwägen und die Wissenschafter und Gugging-Experten einladen, so Broukal. "Der Vorschlag der SPÖ: Macht Eure Werbefotos, aber erspart der heimischen Wissenschaft und Forschung einen neuerlichen Gesetzespfusch."

Industriellenvereinigung das neue Bildungsministerium?

Als "Beweis für die Selbstaufgabe der Wissenschaftspolitik der Regierung" wertet Broukal auch die Tatsache, dass die Industriellenvereinigung die drei Wissenschafter für das Gugging-Komitee präsentiert hat und finanziert. "Das Bildungsministerium logiert offensichtlich bereits am Schwarzenbergplatz", so Broukal mit Verweis auf den Sitz der Industriellenvereinigung. "Da Gehrer und Schüssel nichts zusammenbringen, musste die Industriellenvereinigung Feuerwehr spielen, um wenigstens den gestrigen PR-Auftritt Schüssels, Gehrers und Prölls in Gugging zu retten", so Broukal abschließend. (Schluss) ah

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