Stadlbauer: Zwangsprostitution - "Das will ich nicht als Staat"

Wien (SK) - SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer, die Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, Sabine Oberhauser, und die Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats Henny Engels, informierten am Dienstag Abend in einem Hindergrundgespräch über die Kampagne "Abpfiff" gegen Zwangsprostitution bei der Fußball-WM. Nach der Kampagne, welche sich an die gesamte Gesellschaft richtet, soll "niemand mehr sagen, er habe nichts gewusst", so Engels. Kritik wurde an den Konditionen geübt, unter denen die Opfer nach der Befreiung aus der Zwangsprostitution zu leiden hätten. ****

In Deutschland gebe es 1,2 Millionen Bordellbesuche täglich, die Besuche werden bei der Fußball Weltmeisterschaft besonders boomen und damit würde auch die Zahl der Zwangsprostituierten steigen, erklärte Engels. Die Kampagne "Abpfiff" soll die Gesellschaft für dieses Thema sensibilisieren. Engels forderte für die Opfer von Zwangsprostitution einen Zeitraum von drei Monaten, in dem ihnen therapeutische, medizinische und juristische Betreuung zur Verfügung stehen müsse. In dieser Zeit sollen die Frauen entscheiden können, ob sie vor Gericht aussagen wollen. "Ein Rechtstaat muss diese Frauen anders behandeln, da der Rechtstaat aufhört wenn diese Frauen nicht aussagen", verdeutlichte Engels. Die Geschäftsführerin des deutschen Frauenrates hob hervor, dass sich die Kampagne rein gegen die Zwangsprostitution und nicht gegen die legale Prostitution ausspricht.

Wichtige Forderungen im 10-Punkte Programm der SPÖ

Stadlbauer unterstrich die Wichtigkeit einer solchen Kampagne und wiederholte die wichtigsten Forderungen des Zehn- Punkte-Programms gegen Zwangsprostitution der SPÖ:

  • ein nationaler Aktionsplan;
  • Bedenkzeit ob die Opfer vor Gericht aussagen wollen, ohne Druck;
  • keine Abschiebung für die betroffenen Frauen;
  • gesicherter Aufenthalt und Zugang zu Arbeit bei Kooperation; -strafrechtliche Änderungen.

"Die Frauen müssen endlich als Opfer anerkannt werden", so die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin.

Erstmals sei bei der European Womens Lobby ein einstimmiger Beschluss zur Unterstützung der Kampagne erreicht worden, berichtete Oberhauser. Mit der Europameisterschaft 2008 komme ein ähnliches Problem auf Österreich zu, so Oberhauser, man habe aber noch genug Zeit um sich im Parlament zusammenzusetzen und zu fragen "was kann Österreich tun?" Hier bedürfe es eines "bundesweiten parteiübergreifenden Lobbyings", so die Vorsitzende des Frauenrings abschließend. (Schluss) ar

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