ÖAMTC: "Eisgeschoß" am Autodach kann teuer kommen

Bei Unfall mit Personenschäden drohen strafrechtliche Folgen

Wien (OTS) - Ein Eisbrocken, der sich vom Dach bzw. der Plane
eines Lkw gelöst hatte, durchschlug heute früh im Gleinalmtunnel der Pyhrn Autobahn (A9) die Windschutzscheibe eines entgegenkommenden Pkw. Der Autolenker erlitt Verletzungen. "Besonders Lkw-Lenker sollten sich ihrer gefährlichen Dachlasten bewusst sein. Von Lkw-Dächern und Lkw-Planen können sich schwere Geschoße in Form von Eis und Schnee lösen. In Verbindung mit hoher Fahrgeschwindigkeit kann die eisige Dachlast eine ungeheure Wucht entwickeln", warnt ÖAMTC-Juristin Verena Hirtler. Aber auch die wenigsten Autofahrer machen sich die Mühe und entfernen vor dem Wegfahren Eis und Schnee vom Autodach. Für die eigene Sicherheit und die der nachfolgenden Fahrzeuge ist das Autoabkehren nach einem Schneefall aber ein Muss.

Bei einem Unfall muss der Fahrzeug-Besitzer, der sein Auto nicht von Schnee und Eis befreit hat, mit unangenehmen Folgen rechnen. Die eigene Haftpflichtversicherung kommt nach einem Unfall zwar für die finanziellen Schäden auf, es droht aber eine Rückstufung Richtung Malus. Wird durch den "fahrenden Iglu" jemand verletzt, drohen außerdem strafrechtliche Folgen. Auch die Polizeistrafe ist nicht ohne: "Wer sein Auto vor Fahrtantritt nicht von Eis und Schnee befreit, muss mit einer hohen Strafe von bis zu 5.000 Euro rechnen -auch wenn nichts passiert ist. Kleine Gucklöcher in der Windschutzscheibe sind definitiv nicht ausreichend", so Hirtler weiter.

Wer hinter einem Fahrzeug mit 'Schneeberg' auf dem Autodach fährt, sollte einen großen Sicherheitsabstand einhalten und im Fall des Falles Ruhe bewahren. "Verreißt man nämlich die Lenkung, kann das Fahrzeug schnell ins Schleudern geraten", sagt Hirtler. Auch vom eigenen Autodach kann sich im Falle einer Vollbremsung eine Dachlawine lösen und auf die Windschutzscheibe rutschen. Die Sicht ist dann plötzlich weg. Ist die Gefahr nicht mehr abzuwenden: Fuß weg vom Gas, vorsichtig bremsen, Scheibenwischer auf höchste Stufe stellen, Warnblinkanlage einschalten und an geeigneter Stelle anhalten. Abschließend den Schneehaufen beseitigen.

Der Appell der ÖAMTC-Expertin: Im Sinne der eigenen Sicherheit und aus Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer das Fahrzeug immer vollständig abkehren. Besonders Lkw-Lenker sollten sich ihrer gefährlichen Dachlasten, von denen sich auch Eisplatten und schwere Schneebrocken plötzlich lösen können, bewusst sein. Auch die Beleuchtung und das Kennzeichen müssen vor Fahrtantritt schneefrei und sichtbar gemacht werden.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Elvira Kuttner
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001