Sicherung der Klimaschutzziele durch Kraft-Wärme-Kopplung

Förderung des Ausbaus von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen notwendig

Wien (OTS) - Die Kraft-Wärme-Kopplungs-Richtlinie, nationale Gesetze aber auch zahlreiche Studien betonen die positiven Leistungen von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Fernwärmeversorgung im Hinblick auf den Klimaschutz und fordern deren weiteren Ausbau.

Die Bewertung der österreichischen Klimastrategie hat eindeutig gezeigt, dass die Kraft-Wärme-Kopplung eine der effizientesten Maßnahmen zur CO2-Einsparung ist. Durch die gemeinsame Erzeugung von Strom und Fernwärme wird ein erheblicher Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Zieles geleistet.

50 Prozent der Emissionseinsparungen durch Kraft-Wärme-Kopplung

Über 50 % der Emissionseinsparungen bei der Energieaufbringung wurden laut dem Evaluierungsbericht zur österreichischen Klimastrategie durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung erreicht. Die Kraft-Wärme-Kopplung nimmt daher bei der Erreichung der Klimaschutzziele eine Schlüsselposition ein.

"Salzburg AG, Linz AG und Wien Energie betreiben seit Jahren umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplungen und sparen damit derzeit 2,7 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ein. Unser Ziel ist, weiter für eine sichere und klimaschonende Strom- und Wärmebereitstellung zu sorgen. Wir wollen weiter in den Ausbau dieser Anlagen investieren und die Fernwärme ausbauen. Die notwendigen Rahmenbedingungen dafür müssen nun im Emissionshandel geschaffen werden", betonte Dr. Arno Gasteiger, Vorstandsdirektor der Salzburg AG, anläßlich des CO2-Expertenforums der Wiener Stadtwerke gestern abend im Wiener Museumsquartier.

Trotz aller Vorteile erhielten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bei gleicher Strom- und Wärmeproduktion bei der letzten Zuteilung 20 Prozent weniger Zertifikate als Anlagen, die Strom und Wärme getrennt erzeugen. "Mit der bisherigen Zuteilungsmethodik ist der Bestand und Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung noch nicht sichergestellt", so Dr. Josef Heizinger, Vorstand der Linz AG.

Anfang April 2006 wird der erste Entwurf des neuen Nationalen Zuteilungsplans (NAP) für die Periode 2008 bis 2012 erwartet, der die Zuteilung von Zertifikaten an die jeweiligen Sektoren, Branchen und einzelnen Unternehmen festlegt. Bis 30. Juni ist er der Europäischen Kommission vorzulegen.

International werden die Vorteile von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen berücksichtigt

Einige Länder wie z.B. Deutschland haben die Vorteile effizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bei der Zuteilung der Zertifikate wesentlich stärker berücksichtigt als Österreich. Auch für neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen gibt es in Deutschland vorteilhafte Regelungen. Diese garantieren, dass eine Produktionssteigerung ohne Zertifikatszukauf möglich ist.

"Eine vergleichbare Regelung ist auch für die geplante Erweiterung der Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage Simmering 1/2 notwendig. Nur durch die volle Berücksichtigung von Neuanlagen und Wachstum in der österreichischen Zertifikatszuteilung ist ein weiterer Fernwärmeausbau im Sinne des Klimaschutzes möglich", betont DI Friedrich Pink, Geschäftsführer der Wien Energie.

Fernwärmepotenzial in Österreich erst zu 31 Prozent ausgeschöpft

Eine Studie im Auftrag des Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen ergab für Österreich ein technisches Fernwärmepotenzial von 40.833 Gigawattstunden. Der gesamte Fernwärmeabsatz aller Fernwärmebetreiber in Österreich lag 2004 bei 12.575 Gigawattstunden. Dies verdeutlicht die hohen theoretischen Potenziale der Fernwärme und der Kraft-Wärme-Kopplung.

Keine Benachteiligung der Kraft-Wärme-Kopplung

Wien Energie, Linz AG und Salzburg AG forderten daher im Rahmen des Expertenforums zum CO2-Emissionshandel folgende Maßnahmen:

Erhöhung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Bonus, sodass für effiziente Gas-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen keine Reduktion eintritt und kein Nachteil gegenüber getrennter Erzeugung von Strom und Wärme entsteht.

Kein Klimaschutzbeitrag (keine Reduktion) für bestehende Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Anlagenerweiterungen bzw. Neuanlagen.

Sicherstellung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Ausbaus durch Berücksichtigung des Wachstums in der Zuteilung.

Gutschrift der im Sektor Raumwärme durch die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen vermiedenen CO2-Emissionen.

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