Milch: A-Quote im Schnitt um 22,30 Cent pro kg Fetteinheit gehandelt

Agrarnet-Milchquotenbörse führt Nachfrage und Angebot näher zusammen

Wien (AIZ) - Das Milchquotenjahr 2005/06 neigt sich seinem Ende am 31.03.2006 zu. Die von den Landwirtschaftskammern auf ihrem Internetportal www.agrarnet.info seit Beginn des laufenden Quotenjahres zur Verfügung gestellte Milchquoten-Kontaktbörse zeigt in ihrer jüngsten Auswertung (Stand Ende Jänner 2006) weiterhin einen Verkäufer-Markt mit allerdings abnehmendem Nachfrageüberhang. Die gratis nutzbare Milchquoten-Kontaktbörse führt somit im Milchquotenhandel Nachfrage und Angebot näher zusammen. Aus Befragungen der Marktteilnehmer über tatsächlich getätigte Quotenübertragungen ergab sich für den Zeitraum September 2005 bis Jänner 2006 ein Durchschnittspreis von 22,30 Cent pro kg Fetteinheit für Anlieferungsquote (A-Quote).

Das jüngste Milchbarometer der AMA deutet neuerlich auf eine deutliche Überlieferung der zur Verfügung stehenden Milchquote von 2,645 Mio. t (einschließlich temporärer Umwandlungen von Ab-Hof- in Anlieferungsquoten) um zumindest 60.000 t (fettkorrigiert) oder 2,27% hin. Dies würde die Zahlung einer Zusatzabgabe von EUR 18,5 Mio. für jene Milchbauern nach sich ziehen, die ihre einzelbetriebliche Quote überliefert haben. Dementsprechend tut sich im Quotenhandel eine Differenzierung der Preise für Kontingente auf, die noch 2005/06 beziehungsweise erst ab 2006/07 lieferbar sind: Bis 31.03.2006 noch an die Molkereien und Käsereien lieferbare Quoten waren Käufern zuletzt im Durchschnitt 22,74 Cent pro kg Fetteinheit wert, erst nach dem 01.04.2006 lieferbare jedoch nur 21,16 Cent pro kg Fetteinheit. Ab 01.04.2006 tritt zudem als Teil der jüngsten beiden EU-Agrarreformen (unter anderem mit Verlängerung der Milchquoten-Regelung bis 31.03.2015) die erste Etappe einer über die nächsten drei Quotenjahre verteilten Aufstockung der nationalen Milchquote um insgesamt 1,5% in Kraft.

Nachfrageüberhang nahm im Lauf der Zeit ab

Seit dem Start der Milchquoten-Kontaktbörse entwickelten sich die Durchschnittspreise für tatsächlich gehandelte Kontingente pro kg Fetteinheit von 21,51 Cent (Mai und Juni 2005) zu einem Höchststand von 24,33 Cent (Juni und Juli 2005) zu zuletzt 22,30 Cent. Im Auswertungszeitraum der fünf Monate von September 2005 bis Jänner 2006 stieg die Zahl der an der Milchquoten-Kontaktbörse auf www.agrarnet.info veröffentlichten Angebote und Nachfragen nach Milchquoten gegenüber den ersten vier Monaten steil zu. Dabei verringerte sich der anfangs herrschende Überhang der Nachfragen im Laufe der Zeit deutlich: Während die Zahl der Angebote auf das Sechsfache anwuchs, stieg die Zahl der Nachfragen nur um gut das Eineinhalbfache. Die letztlich für Geschäftsabschlüsse bezahlten Preise für Anlieferungsquoten lagen in den letzten fünf Monaten deutlich näher bei den Geboten der Käufer als bei den Forderungen der Verkäufer.

Befragungen der Nutzer der Milchquoten-Kontaktbörse zeigten positive Reaktionen auf die zu Stande gekommenen Abschlüsse. Als meist genannte Erfolgskriterien von Käufern werden "Geduld" und "Verhandlungsgeschick" genannt.

D-Quoten um durchschnittlich 23 Cent pro kg gehandelt

D-Quoten (Direktvermarktungs-Kontingente) wurden zwischen September 2005 und Jänner 2006 um durchschnittlich 23 Cent pro kg gehandelt. Auch hier lagen die Preisvorstellungen auf Anbieter- und Käuferseite teils deutlich auseinander, wobei die Abschlüsse letztlich zu Preisen zu Stande kamen, die ebenfalls deutlich näher bei den Vorstellungen der Käufer lagen.

Größter Marktplatz Österreichs für Milchquoten ist Teil des LK-Milchpaketes

Die Milchquoten-Kontaktbörse ist Teil des "Milchpaketes", das die Landwirtschaftskammern mit dem Ziel schnürten, verstärkt alternative Handelswege für Milchquoten anzubieten und einen flexibleren Milchquotenmarkt zu erreichen. Interessenten können Angebote und Nachfragen für die Milchquoten-Kontaktbörse kostenlos an das Internetportal der Landwirtschaftskammern richten: www.agrarnet.info, E-Mail: milchquoten@agrarnet.info (oder Tel.: 01/218 02 12-15, Fax:
01/535 04 38). Angebote und Nachfragen werden auf Wunsch unter Bekanntgabe einer Chiffre auch ohne Namensnennung veröffentlicht. (Schluss) pos

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