Transparente Finanzstrukturen für Südosteuropa: Ministerkonferenz in Wien

Österreich unterstützt größtes Global Distance Learning Programm der Weltbank

Wien, 13. März 2006 (OTS) - Die Unternehmen in den Ländern Südosteuropas leiden bis heute an Strukturschwächen im Bereich Buchführung und Rechnungsprüfung. Durch die Heranführung an das EU-Recht stehen sie vor großen Herausforderungen. Das Weltbank-Programm REPARIS - The Road to Europe: Program of Accounting Reform and Institutional Strenghtening - unterstützt die Programmländer beim Aufbau eines transparenten und effizienten Regelwerks für Corporate Reporting, das internationalen Standards entspricht. Ziele sind bessere Bedingungen für die Privatwirtschaft, das Ankurbeln von Investitionen und die Annäherung an den Rechtsbestand der EU. Über die Österreichische Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) und die Internationalisierungsoffensive der Bundesregierung finanziert Österreich wichtige Komponenten von REPARIS. Von 14. bis 16. März findet in der Wiener Hofburg dazu ein Workshop mit internationalen Finanzexperten und eine Konferenz der Finanzminister der Programmländer statt.

Das von Österreich maßgeblich finanzierte "Advanced Program in Accounting and Auditing Regulation" ist das bisher größte von der Weltbank organisierte Global Distance Learning Network Trainingsprogramm. Es läuft seit dem Vorjahr, wird mit Video-Live-Übertragung alle zwei Wochen in acht Sprachen umgesetzt und besteht aus 28 Modulen. So werden insgesamt 700 Teilnehmer aus 14 Partnerländern erreicht.

Die Trainings bieten hohen Finanzbeamten, Regulatoren und Prüfern in den Partnerländern Weltklasse-Expertise und umfassen Themen wie EU-Finanzrecht, internationale Reporting-Standards im Finanzbereich (IFRS), Rechnungswesenstandards (IAS), Supervision und Ausbildung mit den Schwerpunkten Banken, Versicherungen und Investment Fonds. Die Absolventen haben über das Programm die Möglichkeit zum Dialog mit führenden Experten und Entscheidungsträgern aus der EU-Kommission, den EU-Mitgliedsstaaten, der Weltbank und der Privatwirtschaft.

Neben diesem Programm wird derzeit eine weitere von Österreich mitfinanzierte REPARIS-Komponente vorbereitet: ein Modell-Curriculum für Universitäten im Bereich Rechnungswesen & -prüfung. Durch diese Verbesserung der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung soll ebenfalls zum nachhaltigen Aufbau eines zuverlässigen Buchführungs-und Berichtswesens in Unternehmen beigetragen werden.

- Stabile Wirtschaft als Grundvoraussetzung für Entwicklung -

Den Grund für das umfassende Engagement Österreichs erläutert Botschafter Michael Linhart, der Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA): "Die Qualität der unternehmerischen Berichtslegung und der Rechnungsprüfung wirkt sich direkt auf die Wirtschaftsentwicklung aus - davon hängen Kreditwürdigkeit, Wachstum und Investitionen ab. Die Österreichische Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit finanziert das REPARIS-Programm, weil damit wichtige Voraussetzungen für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Südosteuropa geschaffen werden und neue Arbeitsplätze entstehen können."

Darauf zielt auch der Schwerpunkt Wirtschaft und Entwicklung innerhalb der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit ab. Das österreichische und europäische Wirtschaftspotenzial für die Partnerländer soll mobilisiert werden, u. a. durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen und Unternehmensgründungen, durch die Stärkung des Privatsektors in den Partnerländern und durch die Einbeziehung österreichischer und europäischer Unternehmen. Partnerländer in Süd- und Südosteuropa sind Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Moldau und Serbien-Montenegro sowie Bulgarien, Rumänien und Kroatien.

Shigeo Katsu, Weltbank Vizepräsident für Europa und Zentralasien, zeigt sich anlässlich der Wiener Konferenz erfreut über dieses Engagement: "Ein qualitativ hochwertiges Rahmenwerk für unternehmerisches Rechnungswesen und die Rechnungsprüfung ist die Voraussetzung für die Entwicklung des Privat- sowie des Finanzsektors, für die Verminderung des Risikos von Instabilität und für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Das REPARIS Programm zielt darauf ab, dieses Rahmenwerk in Südost- und Südmitteleuropa zu schaffen. Österreich - mit seinen historischen Verbindungen zu der Region - leistet einen großen Beitrag zur Umsetzung des Programms, und ich danke dem Finanz- und dem Außenministerium sowie der Austrian Development Agency für ihre Unterstützung, die 420.000,- Euro für REPARIS-Aktivitäten sowie Hilfe bei der Einrichtung eines REPARIS-Sekretariats in Wien umfasst."

- Die Österreichische Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) -

Die OEZA setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung durch Armutsbekämpfung, Friedenssicherung und Umweltschutz ein. Sie konzentriert sich dabei auf sechs Schlüsselregionen in Afrika, Asien, Zentralamerika und Südosteuropa.

In Südost- und Osteuropa unterstützt sie ihre Partnerländer bei ihrer sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung und fördert ihre Annäherung an die Europäische Union. Schwerpunkte der Ostzusammenarbeit sind die Bereiche Wirtschaft und Beschäftigung, Bildung, Umwelt und Rechtsstaatlichkeit.

Die Programme und Projekte der OEZA werden von der Austrian Development Agency (ADA) in enger Zusammenarbeit mit Entwicklungsorganisationen und Unternehmen umgesetzt.

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