Starker Schub für Forschung und Entwicklung in Salzburger Betrieben

Ein Jahr Förderprogramm Forschungsassistenz des Landes/Best-Practice-Beispiel Schneiders: Forschungsassistentin hat erfolgreich F&E-Aktivitäten vorangetrieben

Salzburg (OTS) - Salzburg, 13. März 2006/WKS. Seit Februar 2005 helfen "Innovationsassistenten" Salzburger Betrieben im Bereich der Industrie und im produzierenden Gewerbe bei der Entwicklung von Innovationen und deren Hinführung zur Marktreife. Als eine "punktgenaue und höchst wirksame Maßnahme" wertet Wirtschaftsreferent LHStv. Dr. Wilfried Haslauer das erfolgreiche Förderprogramm, das vom Innovationsservice von Land und Wirtschaftskammer Salzburg abgewickelt wird. In einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Obmann der Sparte Industrie der WK Salzburg, Bergrat h. c. Dipl.-Ing. Josef Wöhrer, wurde eine erste Bilanz über gut 12 Monate "Innovationsassistenz" gezogen.
"Eines der wesentlichen Ziele der Industrie- und Standortpolitik Salzburgs ist die Stärkung der einzelbetrieblichen Innovationskompetenz der Unternehmen", betonte Dr. Haslauer: "Die Förderung von Forschung und Entwicklung in den Betrieben durch findige Innovationsassistenten hat dieses Ziel geradezu idealtypisch erfüllt", so Haslauer. "Wir müssen gerade in Salzburg in der Innovationspolitik eine Qualitätsstrategie verfolgen. Dies wird insbesondere durch wirksame Maßnahmen für und in den Unternehmen erreicht." In vielen Betrieben, auch den größeren Unternehmen, braucht es Fachleute, die schon existierende aber noch nicht verwirklichte Ideen ausarbeiten, Bestrebungen für mehr Forschung und Entwicklung konkretisieren und koordinieren, die als Clearing-Stelle dienen und so Innovationen auf den Weg bringen. "Nicht zuletzt ist ein Programm wie die Forschungsassistenz ein konkreter Beitrag zur Hebung der niedrigen F&E-Quote im Bundesland Salzburg."

Ztl.: Anstellung von jungen Innovationsexperten gefördert
Das Förderprogramm startete im Frühjahr 2005. Innovationsassistenten, die Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen sein müssen, sollen konkrete F&E-Projekte in Unternehmen in Gang bringen und bei der Umsetzung begleiten. Unternehmen erhalten dabei einen 52%igen Zuschuss zu den Personalkosten, wenn sie die jungen Innovationsexperten mindestens 18 Monate beschäftigen. Die Innovationsassistenten müssen in Ergänzung zur eigenen Ausbildung an Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen, die ebenfalls gefördert werden. Zusätzlich begleitet ein erfahrener Berater den Innovationsassistenten bei der Umsetzung des F&E-Projekts. Die Kosten für dieses Coaching werden ebenfalls gefördert. Die Abwicklung des Förderprogramms übernahm das in der WK Salzburg angesiedelte "Innovationsservice", das von Wirtschaftskammer und Land Salzburg getragen wird. Insgesamt haben im Vorjahr 31 Firmen Anträge gestellt, wobei 14 Unternehmen (fünf Industriebetriebe und neun Gewerbebetriebe) nach eingehender Prüfung zum Zug kamen. Die Gesamtprojektkosten der Aktion belaufen sich bisher auf rd. 880.000 Euro, die aus Mitteln des Landes (226.000 Euro), EU-EFRE-Mitteln (200.000 Euro), von den Firmen selbst (338.000 Euro Personalkosten) und im Wege des Innovationsservices (122.000 Euro) finanziert werden. Dr. Haslauer umreißt die Bandbreite des Programms: "Unsere Innovationsassistenten sind in der Entwicklung neuer Werkstoffe tätig, beschäftigen sich mit biotechnologischen Verfahren in der Lebensmittelbranche, mit Internettelefonie und der Nutzung von heimischem Starkholz. Sie bearbeiten Projekte wie die Breitbandvernetzung in der Telekommunikation, arbeiten an Sicherheitsleitsystemen im Katastrophenfall, entwickeln neue Werkstoffe für Lärmschutzwände und Anwendungen von Satellitenbilddaten im Umweltschutzbereich. Das Förderprogramm Innovationsassistenz bringt einen starken Schub für F&E für Salzburger Firmen."

Ztl.: Schneiders: "Gehen gezielter und systematischer an Innovationen heran" - Ziel ist der "Loden neu" mit Nano-Coating
Einen starken Innovationsschub hat auf jeden Fall Dipl.-Des. (FH) Andrea Unterberger, Forschungsassistentin beim renommierten Kleidererzeuger Schneiders in Salzburg, gebracht. "Natürlich haben wir auch vorher schon Innovationen etwa im Rahmen jeder neuen Kollektion herausgebracht, jetzt gehen wir aber gezielt und systematisch an die Entwicklung von Innovationen heran", beschreibt Mag. Guntram Albl, Geschäftsführer der Schneiders-Gruppe, den positiven Effekt, den die Arbeit der ausgebildeten Modedesignerin für das Unternehmen gebracht hat: "Das Förderprogramm Innovationsassistenz hat uns geholfen, neue Wege zu finden. Frau Unterberger hat in dem einen Jahr etwas bewegt in unserem Haus. Ohne Förderung hätten wir es wohl nicht so gemacht", streut Albl sowohl der neuen Mitarbeiterin als auch dem Förderprogramm Rosen.
So konnte mit der 1976 in Zell am See geborenen Innovationsmanagerin der ganze Innovationsprozess, von der Beschaffung über die Produktion bis zum Verkauf, durchgängig und zielorientiert gestaltet werden. Albl: "Unser Focus hat sich deutlich mehr auf Innovation verschoben. Forschung und Entwicklung, in Zusammenarbeit mit Stofflieferanten, wurden mit Frau Unterberger im Hause Schneiders institutionalisiert." Wesentlich war laut Albl auch die Beratung durch Dr. Alfred Urban, Leiter des Innovationsservices von Land und WK Salzburg. Er habe umfassend über Fördermöglichkeiten informiert und wichtige Kontakte zu wissenschaftlichen Instituten, etwa zu Univ.-Prof. DDr. Detter, einem Experten für Mikrosystemtechnik, hergestellt.
Zielrichtung des neu geordneten Innovationsprozesses bei Schneiders war die Entwicklung und Anwendung bzw. Veredelung neuer Stoffe, um innovative Kollektionen erarbeiten zu können: "Loden neu" lautete das Motto. Unter Leitung von Andrea Unterberger haben Pro-jektgruppen Innovationen nicht nur im Materialbereich erarbeitet, sondern auch bei Design und Verarbeitung sowie Vermarktung. "Dabei wurde und wird auch mit neuester Nano-Coating-Technologie experimentiert, um die wasserabweisende Eigenschaft nanotechnologisch behandelter Stoffe nutzen zu können." Noch ist der Lodenmantel mit nanotechnologischer Beschichtung nicht marktreif, zuvor müssen die Produktionseigenschaften noch ausreichend getestet werden. Das Projekt weist jedoch in die richtige Richtung: "Das Unternehmen muss sich mit einem innovativen Angebot in höchster Qualität von Mitbewer-bern abheben!"
Aus dem neu geordneten Innovationsprozess hervorgegangen sind auf jeden Fall erste Produkte, die auch schon in die kommende Herbst-Winter-Kollektion Eingang gefunden haben:
> etwa ein City-Coat (in Kooperation mit dem Museum der Moderne in Salzburg) in limitierter Auflage, geschneidert aus einem stark wasserabweisenden Material,
> eine neuartige Reisejacke, die in sich verpackbar ist,
> und nicht zuletzt eine Outdoorjacke mit einem "E-Blocker", d. h. eine Jacke, die mit Handy-Strahlenschutztaschen ausgestattet ist. Die erfolgreiche Systematisierung des Innovationsprozesses und der daraus gewonnenen neuen Produkte bringt einen weiteren positiven Effekt: Andrea Unterberger wird im Unternehmen auch nach Ablauf des Förderzeitraums weiterbeschäftigt werden, das gewonnene Know-how verbleibt somit im Unternehmen. Geschäftsführer Albl: "Im Interesse auch anderer Betriebe können wir angesichts der Wirksamkeit des Programms nur appellieren, dass die Innovationsassistenz-Förderung weitergeführt wird."
Dr. Haslauer zieht abschließend Bilanz: "Das Beispiel Schneiders zeigt die Sinnhaftigkeit und Treffsicherheit des Programms Forschungsassistenz auf: Betriebe können ihre F&E-Praxis koordinieren und die Innovationskraft nach vorne richten, gleichzeitig stärken wir damit den Wirtschaftsstandort Salzburg!"


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