Spartenobmann Wöhrer: "Neue F&E-Dynamik in der Salzburger Industrie"

Leichterer Zugang zu Fördermitteln: "Das Tor muss weiterhin geöffnet bleiben"

Salzburg (OTS) - Salzburg, 13. März 2006/WKS. "Es ist eines der zentralen Ziele der Sparte Industrie der WK Salzburg, die Industriebetriebe bei ihren Forschungs- und Entwicklungsbemühungen bestmöglich zu unterstützen, um so noch mehr Qualität in die Forschungsaktivitäten der Betriebe zu bringen", betont Spartenobmann Bergrat h. c. Dipl.-Ing. Josef Wöhrer in einem gemeinsamen Pressegespräch mit LHStv. Dr. Wilfried Haslauer. "Das Programm Forschungsassistenz, bei dem die Sparte Industrie wesentlicher Impulsgeber war, ist ein hervorragendes Beispiel für die Strategie, die für die Industrie noch stärker eingeschlagen werden muss: Wir brauchen konkrete Unterstützung und konkrete Informationen, wie die Betriebe ihre F&E-Anstrengungen steigern können." Spartenobmann Wöhrer tritt daher dafür ein, die Förderung von Forschungsassistenten, die Ende des heurigen Jahres auslaufen soll, zu verlängern.
Die Sparte Industrie selbst hat daher in Zusammenarbeit mit dem Innovationsservice ihre Informationstätigkeit zu F&E intensiv gesteigert. Mittlerweile wurde bereits zum 10. Mal die "F&E-Plattform" veranstaltet, in der Vertreter von Förderinstitutionen wie etwa aus dem AWS (Austria Wirtschaftsservice) oder der FFG (Österreichische Forschungsförde-rungsgesellschaft) Firmenchefs oder Forschungsbeauftragte der Salzburger Industriebetriebe direkt über Programme und Förderschwerpunkte informieren.
"Salzburgs Industrie und mit ihr das Bundesland insgesamt stecken bei Forschung und Entwicklung in einem Aufholprozess. Dabei gibt es auch schon erste Erfolge zu melden, die nicht zuletzt auf die bessere Aufbereitung von Förder-Informationen durch die Sparte Industrie, auf einer Beratungsoffensive des Innovationsservices von Land und WK Salzburg und effizienten Fördermaßnahmen beruht. Dadurch wird der Zugang zu Fördermitteln stark erleichtert", berichtet Wöhrer über erste Erfolge:
> Salzburgs Betriebe haben 2005 um 35% mehr Fördermittel von der FFG erhalten. In absoluten Zahlen stieg die Fördersumme für Salzburgs Betriebe von 10,4 auf 14,1 Mill. Euro. Das ist von allen österreichischen Bundesländern der größte Zuwachs. Der Anteil Salzburgs an den FFG-Fördermitteln beträgt 5,3%.
Besonders erfreulich: Ein wesentlicher Anteil der Projekte wurde wieder von Industriebetrieben eingereicht und genehmigt.
> Nach den zuletzt verfügbaren Daten der Statistik Austria aus dem Jahr 2002 haben Wis-senschaft und Wirtschaft in Salzburg 160,7 Mill. Euro für Forschung und Entwicklung ausgege-ben. Davon entfallen 60% oder rund 97 Mill. Euro auf die Wirtschaft. Das ist ein Anteil von 3,1% an den F&E-Ausgaben der Wirtschaft Österreichs. Spartenobmann Wöhrer: "Vergleicht man dies mit dem Anteil Salzburgs bei den FFG-Fördermitteln von 5,1%, so kann klar festgestellt werden, dass Salzburger Firmen sehr erfolgreich beim Abholen von FFG-Forschungsgeldern waren. Es ist uns gelungen, durch F&E-Plattform und Innovationsservice mehr Firmen für Anträge bei der FFG zu bewegen."
> Ein Instrument dazu ist der externe Forschungs-Fördercoach, welcher die Firmen bei der Suche nach Kooperationspartnern, Förderungen und Technologien berät. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Antragstellung bei Förderinstitutionen gelegt. 2005 haben 48 Firmen einen Fördercoach in Anspruch genommen, wobei 50% der Beratungskosten von WK Salzburg, Land Salzburg und aus EU-Töpfen (EU-EFRE-Innovative Maßnahmen) zugeschossen werden.

Ztl.: Patente aus Salzburg verdoppelt
> Neben den finanziellen Förderungen sind für Salzburgs Firmen die Schutzrechte für inno-vative Produkte wie Patente und Musterschutz ein zunehmend wichtiges Element im Forschungsprozess. "Auch hier zeichnet sich ein erfreulicher Aufwärtstrend ab, der zeigt, dass in Salzburgs Betrieben eine neue F&E-Dynamik Platz gegriffen hat", so Spartenobmann Wöhrer. Zwischen 2000 und 2004 haben sich Patentanmeldungen aus Salzburg verdoppelt, bei den Gebrauchsmuster-Registrierungen und Marken- und Musterschutzerteilungen konnte sogar eine achtfache Steigerung verzeichnet werden. Der Salzburger Anteil an Patenten, Mustern etc. liegt, gemessen an allen Patenten in Österreich, bei 5,6%, ist also auch in diesem Bereich höher als der bereits erwähnte F&E-Ausgabenanteil Salzburger Betriebe (3,1%).

Ztl.: Fördermaßnahmen sollten Betrieben direkt nützen
"Wir konnten das Tempo bei F&E erhöhen - durch Information und Beratung und durch punktgenaue Fördermaßnahmen auch von Landesseite. Die Unterstützung der Politik ist daher von besonderer Bedeutung, um Salzburgs Wirtschaft, insbesondere die Industrie mit Innovationen noch fitter für den Wettbewerb zu machen", erklärt Spartenobmann Wöhrer, der Vorschläge für innovationspolitische Maßnahmen vorlegt:
> Die vom Land Salzburg finanzierte Förderung "Wirtschaftsbezogene Innovations- und Forschungsförderung" sollte höher dotiert werden, da die Aktion sehr stark nachgefragt wird (2003 gab es dazu drei Bewilligungen, 2005 schon 30 Bewilligungen).
> Das bereits erwähnte Programm "Coach für Forschung, Entwicklung und Förderungen", das wesentlich mitverantwortlich für eine höhere Ausschöpfungsquote Salzburgs bei bundesweiten Förderungen war, ist bis Juni 2006 gesichert. Eine Fortführung dieser Aktion sollte ebenso wie die "Forschungsassistenz" sichergestellt werden.
> Ebenso zeigt sich, dass die geförderte Inanspruchnahme von Experten und Patentanwälten, die ebenfalls bis Mitte 2006 gesichert ist, weitergeführt werden sollte. Wie erwähnt, hat sich, seitdem dieser Service durch EU-Mitteln bei den Betrieben unterstützt wird, die Zahl der Patentanmeldungen verdoppelt.
> Für die Industrie kommt im Zuge der neuen EU-Regionalförderung (2007 bis 2013) nur eine effiziente Mittelverwendung in Frage. Die daraus zu gewinnenden Fördermittel sollen unmittelbar den Firmen zugute kommen. "Das EU-Geld sollte bei den Betrieben landen und nicht in neue mitunter doppelgleisige Betreuungsstrukturen investiert werden."
> Erfolgreich konnte das von der Sparte Industrie und der WKS-Bezirksstelle Pongau initi-ierte Projekt "Automotive Netzwerk Pongau" mit Unterstützung von "EU-EFRE-Geldern" verwirklicht werden, ein Qualifizierungsverbund von derzeit 12 Pongauer Betrieben. Auch weitere regionale Leitinitiativen wie zum Beispiel der "Lärmschutzcluster" sollen nach dem Vorbild des "Automotive Netzwerkes Pongau" unterstützt werden.
"Durch gemeinsame Anstrengungen ist es gelungen, den Zugang Salzburger Industriebetriebe zu mehr Forschungsförderung zu erleichtern. Wir haben das Tor geöffnet, nun muss es offen bleiben oder für noch mehr Firmen benutzbar sein. Das erfordert die Anstrengungen aller am F&E-Prozess, um Salzburg in diesem lebensnotwendigen Bereich voranzubringen", schließt Spartenobmann Wöhrer. ___________________________________________________________________ Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027 Salzburg, Tel. 0662/8888-346, E-Mail: bbauer@wks.at

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