GBH-Bundesvorstand: Haubner-Leistung: Gesetz ohne Wirkung!

Schwerarbeitspfusch ist Katastrophe für Bau- und Holzarbeiter!

Wien (GBH/ÖGB) - Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz
(GBH) fordert anlässlich seiner heutigen Sitzung die Rücknahme und komplette Überarbeitung der Schwerarbeitsregelung der Bundesregierung. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer bekräftigt: "Diese Regelung ist ein Trauerspiel, ganz nach dem Motto `Stell dir vor, es gibt eine Schwerarbeitsregelung, und keiner kann sie in Anspruch nehmen!´."++++

Die GBH hat immer wieder betont, dass Menschen, die eine derart schwere Arbeit wie z. B. im Bau- oder Steinarbeiterbereich leisten, körperlich nicht in der Lage sind, ihren anstrengenden Beruf bis zum 65. Lebensjahr auszuüben. Gerade die Bauarbeiter sind kaum in der Lage, die verlangten 45 Versicherungsjahre zu erreichen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Bauarbeitern liegt, wie die GBH nachgewiesen hat, auf Grund der schweren Arbeitsbelastungen bei 62,7 Jahren!

Driemer: "Jene rund 80 Prozent der Arbeitnehmer im Baubereich, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind, das vorgesehene vorzeitige Pensionsalter für Schwerarbeiter von 60 zu erreichen, müssen in die Invaliditätspension gehen. Für diese Schwerarbeiter ist die Schwerarbeitsregelung völlig unwirksam! Man bestraft diese Bauarbeiter für ihre Schwerarbeits-Leistung noch mit zweistelligen Abschlagsprozentsätzen bei der Pensionsberechnung. Auch jene, die in jungen Jahren Schwerarbeit geleistet haben und auf Grund der schweren Arbeit die Branche wechseln müssen, haben nichts von dieser Regelung! Das ist eine Verhöhnung der schwer arbeitenden Menschen!"

Der Bundesvorstand der GBH bekräftigt: "Die Bundesregierung und allen voran Sozialministerin Haubner haben einmal mehr das `D´rüberfahren´ zu ihrem Prinzip erhoben. Der ÖGB hat bereits 2003 ein Konzept für eine Schwerarbeitsregelung vorgelegt, die GBH hat Anfang 2004 eine große Schwerarbeitsstudie präsentiert. All diese Konzepte wurden, ebenso wie die berechtigte Kritik aller ExpertInnen - auch aus den Reihen der Regierungsparteien - einfach ignoriert. Stattdessen hat die Bundesregierung eine Regelung gestaltet, die ein Minderheitenprogramm, unsozial und ungerecht ist, die bis 2010 höchstens rund 300 bis 500 Männer - Frauen sind zur Gänze ausgeschlossen - in Anspruch nehmen können. Alle anderen, die rund 240.000 Bau- und HolzarbeiterInnen und viele andere schwer arbeitende Menschen, haben von dieser Regelung überhaupt nichts!"

ÖGB, 13. März 2006
Nr. 164

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