- 13.03.2006, 10:41:25
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Österreichs Radiologie: Internationales Musterprojekt zur Senkung der Strahlenbelastung
Orientierungshilfe Radiologie für 35.000 österreichische Ärztinnen und Ärzte - Frühwald: Rasante Entwicklung erfordert laufende Anpassung
Wien (OTS) - Die kontinuierliche Senkung der Strahlenbelastung
bildgebender Diagnoseverfahren für die Patientinnen und Patienten
sowie die Steigerung der Aussagekraft bei gleichzeitiger Reduzierung
der Kosten: Das sind die zentralen Ziele eines international
vorbildhaften Qualitätssicherungs-Projektes, das Österreichs
Radiologen dieser Tage starten.
Zu diesem Zweck wird die neueste Auflage der 136 Seiten
umfassenden Broschüre "Orientierungshilfe Radiologie" an 35.000
österreichische Ärztinnen und Ärzte versandt. In zwölf Kapiteln
werden 300 medizinische Fragestellungen der richtigen radiologischen
Diagnosemethode zugeordnet, das sind rund 80 Prozent der insgesamt
möglichen diagnostischen Anlassfälle. Das sorgt dafür, dass
"Untersuchungen nur dann veranlasst werden, wenn sich positive oder
negative Befunde auf die Therapie auswirken oder die
Verdachtsdiagnose des behandelnden Arztes bestätigen oder
ausschließen", sagte der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Radiologie
in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Univ.-Doz. Franz Frühwald,
Montag anlässlich der Projekt-Präsentation in Wien.
Der "Radiologie-Führer" wird von der Österreichischen
Röntgengesellschaft, dem Verband für Bilgebende Diagnostik, dem
Verband für Medizinischen Strahlenschutz unter Federführung der
ÖÄK-Bundesfachgruppe herausgegeben. Sieben Arbeitskreise erarbeiteten
unter Einbindung der medizinischen Fachgesellschaften und unter
Berücksichtigung der internationalen Evidenz "dieses über die Grenzen
unseres Landes stark beachtete Standardwerk" (Frühwald). Die in
dritter Auflage mit insgesamt rund 110.000 Exemplaren erschienene,
auflagenstärkste medizinische Fachpublikation Österreichs unterstützt
überweisende Ärztinnen und Ärzte bei der Auswahl des effizientesten
und Patienten-schonendsten Diagnoseverfahrens. Frühwald: "Gerade in
der Radiologie haben wir es mit einer rasanten Entwicklung zu tun.
Neue Verfahren werden integriert, bekannte erhalten zusätzliche
Einsatzgebiete. Dabei geht es vor allem nach der einschlägigen
EU-Gesetzgebung um die Minimierung der Strahlenbelastung."
Seit der ersten Auflage der "Orientierungshilfe Radiologie" 1999
haben sich rund 50 Prozent der Empfehlungen geändert. Neben dem
konventionellen Röntgen stehen der strahlenfreie Ultraschall, die
Computertomographie (CT), die ebenfalls belastungsfreie
Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), die
Positronen-Emmissionstomographie (PET) und die Nuklearmedizin zur
Verfügung. Bei komplexen und vielschichtigen Methoden sei es
dringende Verpflichtung der Radiologie, den medizinischen Standard
auf dem aktuellen Niveau zu halten, so Frühwald. Der österreichische
Leitfaden dient nicht nur den praktizierenden Ärztinnen und Ärzten
zur Orientierung, sondern ist bereits während des Medizinstudiums und
der Turnusausbildung integrierter Bestandteil der Lehre.
Das von den Ärzten allein und freiwillig getragene Projekt findet
auch bei Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat Anerkennung:
"Besonders hervorzuheben ist auch der durchgeführte
Abstimmungsprozess mit fast allen medizinisch wissenschaftlichen
Gesellschaften Österreichs, sodass das Büchlein einen sehr breiten
Konsens der österreichischen Medizin darstellt", so die Ministerin im
Vorwort der Orientierungshilfe. Die Implementierung dieser
Orientierungshilfe sei im Europavergleich einzigartig, da jeder Arzt
sein eigenes Exemplar erhalte.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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