Österreichs Radiologie: Internationales Musterprojekt zur Senkung der Strahlenbelastung

Orientierungshilfe Radiologie für 35.000 österreichische Ärztinnen und Ärzte - Frühwald: Rasante Entwicklung erfordert laufende Anpassung

Wien (OTS) - Die kontinuierliche Senkung der Strahlenbelastung bildgebender Diagnoseverfahren für die Patientinnen und Patienten sowie die Steigerung der Aussagekraft bei gleichzeitiger Reduzierung der Kosten: Das sind die zentralen Ziele eines international vorbildhaften Qualitätssicherungs-Projektes, das Österreichs Radiologen dieser Tage starten.

Zu diesem Zweck wird die neueste Auflage der 136 Seiten umfassenden Broschüre "Orientierungshilfe Radiologie" an 35.000 österreichische Ärztinnen und Ärzte versandt. In zwölf Kapiteln werden 300 medizinische Fragestellungen der richtigen radiologischen Diagnosemethode zugeordnet, das sind rund 80 Prozent der insgesamt möglichen diagnostischen Anlassfälle. Das sorgt dafür, dass "Untersuchungen nur dann veranlasst werden, wenn sich positive oder negative Befunde auf die Therapie auswirken oder die Verdachtsdiagnose des behandelnden Arztes bestätigen oder ausschließen", sagte der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Radiologie in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Univ.-Doz. Franz Frühwald, Montag anlässlich der Projekt-Präsentation in Wien.

Der "Radiologie-Führer" wird von der Österreichischen Röntgengesellschaft, dem Verband für Bilgebende Diagnostik, dem Verband für Medizinischen Strahlenschutz unter Federführung der ÖÄK-Bundesfachgruppe herausgegeben. Sieben Arbeitskreise erarbeiteten unter Einbindung der medizinischen Fachgesellschaften und unter Berücksichtigung der internationalen Evidenz "dieses über die Grenzen unseres Landes stark beachtete Standardwerk" (Frühwald). Die in dritter Auflage mit insgesamt rund 110.000 Exemplaren erschienene, auflagenstärkste medizinische Fachpublikation Österreichs unterstützt überweisende Ärztinnen und Ärzte bei der Auswahl des effizientesten und Patienten-schonendsten Diagnoseverfahrens. Frühwald: "Gerade in der Radiologie haben wir es mit einer rasanten Entwicklung zu tun. Neue Verfahren werden integriert, bekannte erhalten zusätzliche Einsatzgebiete. Dabei geht es vor allem nach der einschlägigen EU-Gesetzgebung um die Minimierung der Strahlenbelastung."

Seit der ersten Auflage der "Orientierungshilfe Radiologie" 1999 haben sich rund 50 Prozent der Empfehlungen geändert. Neben dem konventionellen Röntgen stehen der strahlenfreie Ultraschall, die Computertomographie (CT), die ebenfalls belastungsfreie Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), die Positronen-Emmissionstomographie (PET) und die Nuklearmedizin zur Verfügung. Bei komplexen und vielschichtigen Methoden sei es dringende Verpflichtung der Radiologie, den medizinischen Standard auf dem aktuellen Niveau zu halten, so Frühwald. Der österreichische Leitfaden dient nicht nur den praktizierenden Ärztinnen und Ärzten zur Orientierung, sondern ist bereits während des Medizinstudiums und der Turnusausbildung integrierter Bestandteil der Lehre.

Das von den Ärzten allein und freiwillig getragene Projekt findet auch bei Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat Anerkennung:
"Besonders hervorzuheben ist auch der durchgeführte Abstimmungsprozess mit fast allen medizinisch wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, sodass das Büchlein einen sehr breiten Konsens der österreichischen Medizin darstellt", so die Ministerin im Vorwort der Orientierungshilfe. Die Implementierung dieser Orientierungshilfe sei im Europavergleich einzigartig, da jeder Arzt sein eigenes Exemplar erhalte.

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