Nach WTO-Urteil: Internationale Verhandlungen über Gentechnikfreiheit

Greenpeace: Gentechnik-Kennzeichnung von größter Bedeutung.

Wien/Curitiba (OTS) - Im Brasilianischen Curitiba beginnt heute
die bis 18. März dauernde UN-Konferenz zur Biologischen Sicherheit, bei der entscheidende Weichen für die Möglichkeit der Gentechnikfreiheit gestellt werden.

Zentraler Verhandlungspunkt ist die Frage der Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen. "Bei der Frage der Kennzeichnung geht es um das Recht der Menschen zu wissen, was sie essen", schildert Bernhard Obermayr, Handelsexperte von Greenpeace und Teilnehmer an der Konferenz, die Situation. Deshalb müssten die Behörden wissen, wenn große Mengen landwirtschaftlicher Güter wie Soja oder Mais in den Häfen landen, ob diese Gentechnik enthalten oder nicht. Nur eine klare Kennzeichnung könne dies ermöglichen.

"Der Handel mit Gentechnik kann von Ländern nur dann reguliert, eingeschränkt oder verboten werden, wenn diese überhaupt die Möglichkeit haben, zu wissen ob in bestimmten Produkten Gentechnik enthalten ist oder nicht. Deshalb ist die Frage der Gentechnik-Kennzeichnung von allergrößter Bedeutung", so Obermayr. Die Europäische Union und die überwältigende Mehrheit der Mitgliedsländer des Protokolls für Biologische Sicherheit wollen daher eine klare Verpflichtung zur eindeutigen Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten. Eine Forderung, die von Greenpeace und allen anderen Umweltorganisationen unterstützt wird.

Die Verhandlungen in Curitiba gewinnen vor dem Hintergrund des jüngst veröffentlichten Gentechnikurteils der Welthandelsorganisation WTO eine besondere Bedeutung. "Erstmals nach dem Urteil setzt sich die Weltgemeinschaft zusammen, um über das Recht von Ländern, sich vor der Einfuhr von Gentechnikpflanzen zu schützen, zu verhandeln", unterstreicht Obermayr die Bedeutung der Konferenz. "Die EU verfolgt beim Protokoll für biologische Sicherheit eine erfreulich klare Position, welche sie leider in der Reaktion auf das WTO Urteil vermissen lies. Die EU muss sich nicht nur international, sondern auch in Europa klar zum Recht der Staaten auf Gentechnikfreiheit bekennen und dieses gewährleisten", schließt Obermayr.

Rückfragen & Kontakt:

Bernhard Obermayr, als Handelsexperte für Greenpeace vor Ort in Curitiba, +43-664-4904986

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