Nachhaltige Unternehmenssteuerung mit der "Sustainability Balanced Scorecard"

Bundesforste präsentieren neues Management-Instrument

Wien, 13. März 2005 (OTS) - Nachhaltigkeit - also der Ausgleich zwischen Natur, Gesellschaft und Wirtschaft - ist seit Jahren das oberste Unternehmensziel der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf). Mittlerweile steht die Nachhaltigkeit bei immer mehr Unternehmen im Zentrum ihrer Geschäftsstrategie - bisher haben die dafür notwendigen Steuerungsinstrumente aber gefehlt. Die Balanced Scorecard (BSC), das derzeit wohl gängigste System zur Unternehmenssteuerung, stößt angesichts der Dimensionen Gesellschaft und Ökologie aber rasch an ihre Grenzen. Eine Lösung für die Herausforderungen des Nachhaltigkeits-Managements bietet die von den Bundesforsten entwickelte "Sustainability Balanced Scorecard". Die Erfahrungen bei der Entwicklung und Anwendung der SBSC werden jetzt durch ein neues Buch von Bundesforste-Chefcontroller Ehrenfried Werderits und Unternehmensberater Mirko Wanicek auch anderen Unternehmen zugänglich gemacht.

Wirtschaftlich erfolgreich zu sein und dabei auch den Anforderungen von Gesellschaft und Natur gerecht zu werden, setzen sich immer mehr Unternehmen zum Ziel. Bekannt ist dieses Ziel unter dem Stichwort "Nachhaltigkeit". Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und bedeutet dort, dass aus dem Wald nur so viel Holz entnommen wird, wie auch wieder nachwächst. Was liegt daher näher, als dass die Bundesforste als Österreichs größter Waldbetreuer ihre gesamte Unternehmensstrategie dem Leitprinzip Nachhaltigkeit unterordnen? Aber langfristige und ausgewogene Zielsetzungen gelten längst nicht nur in der Forstwirtschaft, ist ÖBf-Vorstand Thomas Uher überzeugt: "Das eigentliche Ziel jedes Unternehmens ist langfristiger Bestand und dauerhafter Erfolg. Bei den Bundesforsten steht der Ansatz der Nachhaltigkeit aber vielleicht schon etwas länger als bei anderen Unternehmen im Zentrum. Schließlich hängt unser Unternehmenserfolg direkt vom umweltverträglichen Management der natürlichen Ressourcen und von der Zusammenarbeit mit verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen ab."

Schwierig wurde es bisher allerdings bei der systematischen Steuerung aller Prozesse im Sinne der Nachhaltigkeit. Das gängigste Management-Instrument, die Balanced Scorecard, umfasst zwar auch nicht-finanzielle Indikatoren in der Bewertung der Unternehmensperformance, versagt aber beim umfassenden Prinzip der Nachhaltigkeit.

"Die Dimensionen Umwelt und Gesellschaft sind in keinem der bestehenden Managementsysteme als Parameter für Zieldefinitionen oder Performance-Bewertung vorgesehen", so Uher, Finanz- und Immobilienvorstand der Bundesforste. "Ein dezentrales Großunternehmen wie die Bundesforste kann aber ohne entsprechende Systematik und Steuerungsinstrumente langfristig nicht erfolgreich geführt werden."

Dementsprechend hat ein Team um Ehrenfried Werderits, dem Chef-Controller der Bundesforste, gemeinsam mit dem Unternehmensberater Mirko Wanicek von Contrast Management-Consulting ausgehend von der Balanced Scorecard die "Sustainability Balanced Scorecard" (SBSC) erarbeitet. Grundlage für die Weiterentwicklung waren die praktischen Erfahrungen der Bundesforste im Nachhaltigkeits-Management.

- Ausgangspunkt Balanced Scorecard -
Auf die Balanced Scorecard (BSC), die vor 15 Jahren als "Link" zwischen Unternehmensstrategie und Umsetzung entwickelt wurde, setzten die ÖBf-Experten Indikatoren zur Bewertung der Dimensionen Umwelt und Gesellschaft. Dazu zählen die volkswirtschaftlichen Effekte und der Nutzen oder Nachteil für die Branche, die aus der Arbeit eines Unternehmens entstehen. Weitere Indikatoren sind die Einflüsse des Unternehmens auf die Umwelt und die natürlichen Ressourcen. Für alle drei Bereiche der Nachhaltigkeit - Natur, Gesellschaft und Wirtschaft - werden im Zuge des SBSC-Prozesses Gesamtstrategien erarbeitet und darunter klare Einzelziele definiert. Nur ein Beispiel: In der Dachstrategie "Mensch & Gesellschaft" setzen sich die ÖBf das Ziel, die Schutzfunktion des Waldes für Städte und Gemeinden - Stichwort: Schutzwald gegen Lawinen- oder Murenabgänge -stetig zu sichern und zu verbessern.

"Als größter Waldbetreuer Österreichs sind die Bundesforste der gesamten Bevölkerung verpflichtet. Durch die SBSC können wir diese Verpflichtung mit klaren Zielsetzungen und Evaluierungskriterien versehen - und die Zielerreichung laufend überprüfen", erklärt Thomas Uher. Ganz im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung der Bundesforste bewertet Uher auch die Veröffentlichung des Management-Systems der Bundesforste im neuen Buch von Wanicek und Werderits: "Als "Unternehmen Nachhaltigkeit" wollen wir unser Know-how weitergeben und so dafür sorgen, dass in Zukunft noch mehr Unternehmen nachhaltig wirtschaften. Und wir sind sehr stolz, dass die Bundesforste mit ihren hervorragenden Mitarbeitern auch in der Wirtschaftswissenschaft zur Top-Liga zählen."

Mirko Waniczek, Ehrenfried Werderits, "Sustainability Balanced Scorecard - Nachhaltigkeit in der Praxis erfolgreich managen", Linde Verlag 2006

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