GLOBAL 2000-Kritik: ÖPUL-neu will Pestizideinsatz auf Almen fördern

"Grüner Pakt" fördert einseitig Intensivlandwirtschaft

Wien (OTS) - "Der Grüne Pakt sieht zahlreiche Aufweichungen des bisher bestehenden, in vielerlei Hinsicht ohnehin recht zahnlosen Umweltprogramms ÖPUL vor", warnt GLOBAL 2000 anlässlich der Präsentation des Entwurfs zur ländlichen Entwicklung bis 2013 und fordert dringend eine Kurskorrektur. Nach den aktuellen Plänen von Landwirtschaftsminister Pröll soll beispielsweise der Einsatz von Pestiziden auf Almen zukünftig im Rahmen des Umweltprogramms gefördert werden. "Ein Pakt, der den Pestizideinsatz im ökologisch sensiblen Alpenraum fördert, verdient nicht die Bezeichnung Umweltprogramm", kritisiert GLOBAL 2000-Pestizidexperte Helmut Burtscher. "Die Alpen zählen zu Österreichs wichtigsten Umweltschutzgütern und brauchen maximalen Schutz."

In seiner jetzigen Form würde der Grüne Pakt zudem zu einer effektiven Verschärfung der Nitratbelastung des heimischen Grundwassers führen. Waren es bisher rund 170 kg Stickstoff pro Hektar, so dürfen gemäß Grünem Pakt in Zukunft 210 kg Stickstoff pro Hektar ausgebracht werden. "In Anbetracht der bestehenden Grundwasserbelastung mit Nitrat ist eine Anhebung des zulässigen Stickstoffeintrags absolut unverantwortlich", so Burtscher weiter. "Denn schon heute überschreitet jede 10. Grundwasser-Messstelle den zulässigen Nitratwert, in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen sind es mehr als die Hälfte. Das muss sich ändern."

Die ursprüngliche Zielsetzung des ÖPUL- Programms war die Förderung einer zukunftsfähigen und umweltgerechten Landwirtschaft, die Qualitätsprodukte erzeugt und das Vertrauen der Konsumenten verdient. "Der Grüne Pakt bringt uns diesem Ziel leider keinen Schritt näher", so Burtscher. "Vielmehr handelt es sich um einen massiven umweltpolitischen Rückschritt."

"Wenn österreichische Erzeugnisse in Zukunft gegenüber den Konkurrenzprodukten aus Spanien, Ungarn oder Polen bestehen wollen, dann müssen wir auf Qualität setzen. Denn im Preiskampf kann österreich nicht mithalten", so Burtscher. Wie das funktioniert, zeigt die heimische Bio-Landwirtschaft eindrucksvoll vor. Doch mit der Begünstigung von Pestizid- und Düngereinsatz im neuen ÖPUL wird gezielt auf eine Intensivierung der Landwirtschaft hingearbeitet. Umweltprobleme sind eine Folge daraus, hohe Nitrat- und Pestizidbelastungen die andere. "Landwirtschaftsminister Pröll mag in Brüssel gut verhandelt haben und Österreichs Landwirtschaft erhebliche Mittel gesichert haben. Doch die Art, wie er diese einsetzen will, wird langfristig weder zum Besten der heimischen Landwirtschaft, noch zum Vorteil der österreichischen Konsumenten sein", so Burtscher abschließend.

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